Auch nützlich für Unternehmen: Vergleichstests in der Fachpresse
Das Thema Werkzeugtests stand auf dem Blechbusiness-Kongress im Rahmen der Messe Euroblech 2006 auf der Tagesordnung. Unter dem Titel "Vergleichstests in der Fachpresse - als Marketingtool geschätzt?", diskutierten Experten aus der Schweißbranche über Werkzeugtests und deren Nutzen für Unternehmen am Beispiel von Schweißanlagentests. Als Vertreter der Fachpresse war werkzeugforum Chefredakteur Jörg Stimpfig vor Ort, er leitete die Diskussion.
| Das eindeutige Ergebnis des Expertengespräches in Hannover lautet: Werkzeugtests können auch für Unternehmen sinnvoll sein. Allerdings nur dann, wenn die getesteten Produkte und die Testmethoden vernünftig gewählt werden. „Oft kennt man das Ergebnis schon vorher“, kritisierte Joachim Kalwe, Geschäftsführer von Schweißanlagen-Hersteller Kemppi, und behauptete, dass oft Produkte miteinander verglichen würden, deren Anwendungsbereiche sich gänzlich unterscheiden. Nur wenn dem Test zu entnehmen sei, für welche Anwendungen sich das Werkzeug eignet, seien Tests aussagekräftig und nützlich. Besonders für den Handwerksbereich. Das unterstrich auch Jörg Stimpfig und machte deutlich, dass werkzeugforum in der Regel nur Qualitätswerkzeuge testet, Produkte aus einer Liga. "Unsere Tests müssen den Anwendern in der Praxis nutzen", betonte der Chefredakteur. |
| Wenn bei einem Gerät die einfache Handhabung im Vordergrund steht, beim anderen jedoch vor allem ein hochwertiges Schweißergebnis, mache es keinen Sinn, beide zu vergleichen, erklärte der Geschäftsführer der Lorch Schweisstechnik GmbH Wolfgang Grüb. Gleichzeitig wies Peter Finzel, Geschäftsführer der Erfi GmbH, auf einen weiteren positiven Aspekt von Tests hin: Die Überprüfung von Angaben auf dem Typenschild. "Wenn bei Projektoren 2000 Lumen draufsteht, muss das Gerät auch 2000 bringen", unterstrich der Ingenieur und machte auf den Missstand aufmerksam, dass einige Anbieter bewusst falsche Daten auf dem Typenschild angeben, um den Preis zu erhöhen. Durch Tests könne so auch die Wertschätzung von Qualitätsprodukten beim Kunden gesteigert werden. Das Fazit von Wolfgang Grüb: Für Werkzeuge, die Handwerker alltäglich nutzen, sind Tests von großem Nutzen, bei spezialisierten Produkten kann die Vergleichbarkeit jedoch schwierig werden. |
| Ein weiteres brisantes Thema sprach Kemppi Geschäftsführer Joachim Kalwe an: unsichere Werkzeuge. Solange keine staatliche Behörde die Einhaltung der CE-Richtlinien kontrolliere, sei es vor allem Aufgabe der Medien, die Anwender vor solchem „Schrott“ zu bewahren. „Da rennen sie bei mir offene Türen ein“, freute sich Jörg Stimpfig, der dieses Thema immer wieder im werkzeugforum aufgreift und Werkzeuge auch in Prasixtests auf Sicherheit prüfen lässt. Peter Finzel, Geschäftsführer der erfi Maschinenbau und Elektrotechnik GmbH, warnte allerdings auch, dass es schwierig sei, neutrale Tester zu finden. Hier sei grundsätzlich die Fachpresse gefragt. Leser sollen wissen, auf was sie beim Kauf von Werkzeug achten müssen. Sein Auftrag an Jörg Stimpfig: „Bilden sie die Leser!“ U. Herrlen – 2006 (S) |
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