Mafell steht für "MAschinenfabrik FELLbach", denn dort begann 1926 die Erfolgsgeschichte des heute in Oberndorf am Neckar ansässigen Herstellers von Holzbearbeitungs-Maschinen und Elektrowerkzeugen. Schon damals, unter den beengten Platzverhältnissen der Anfangsjahre, setzte Mafell Maßstäbe in Sachen Innovation: Die erste tragbare elektrische Zimmereimaschine der Welt "Type A". Heute steht das Unternehmen weltweit für innovative Elektrowerkzeuge im Bereich des Zimmerer- und Schreinerhandwerks. Dabei gehen Innovation und Qualität aus jahrzehntelanger Erfahrung Hand in Hand.
Das Firmengelände in Oberndorf
Foto: Mafell
Schnelles Wachstum
NachdemMafell 1933 nach Aistaig bei Oberndorf umgesiedelt war und 1935 Diplom-Ingenieur Rudolf Mey die Leitung übernommen hatte, entwickelte sich das Unternehmen kontinuierlich. 1980 stellte Mafell "Erika" vor, die weltweit erste Unterflur-Zugsäge für Holzbearbeitung. 1990 siedelte das Unternehmen in den Stadteil Lindenhof um, wo auf einem modernen Firmengelände alle Bereiche von Verwaltung über Produktion bis zur Auslieferung auf einer Ebene mit kurzen Wegen angesiedelt sind.
Eine Nachfahrin der Unterflur-Zugsäge "Erika" nimmt Gestalt an
Fotos: Stefan Gammel, werkzeugforum.de
Qualität durch hohe Fertigungstiefe
Um eine andauernd hohe Qualität sicherstellen zu können, stellt Mafell alle wichtigen Bestandteile der Werkzeuge selber her. So werden zum Beispiel die Kunststoffgehäuse für die Geräte in der betriebseigenen Kunststoffspritzerei gefertigt. In sie werden die ebenfalls selbst hergestellten und gewickelten Motoren eingesetzt, und zwar während der Kunststoff noch warm ist, sodass eine optimale Einpassung möglich ist. Ziel des Unternehmens ist es, durch die hohe Fertigungstiefe Qualität und Abstimmung der Teile aufeinander selbst optimieren zu können, unabhängig von Zuliefererfirmen. Eine lange Lebensdauer der Geräte und umfassende Servicemöglichkeiten sollen so erreicht werden. Und nur, wenn die zentralen Fertigungsprozesse unter einem Dach ablaufen, sind stetige Innovationen und Verbesserungen in Konstruktion und Leistungsumfang der Werkzeuge möglich.
Motoren werden selbst gefertigt und die Anker selbst gewickelt
Optimale Abstimmung der Bauteile
Um die Langlebigkeit der Produkte zu verbessern, arbeitet Mafell mit einem hohen Kupferanteil im Motor – der Nutfüllfaktor beträgt 65 bis 70 Prozent im Gegensatz zu ansonsten üblichen 50 Prozent. Als Ausgleich für das dadurch erhöhte Gewicht setzt das Unternehmen auf den anspruchsvollen Magnesium-Druckguss, der im Vergleich zum Aluminium-Druckguss circa 30 Prozent leichter ist. Zudem konzipiert Mafell seine Motoren drehmoment-optimiert – gegenüber dem vielerorts angewandten Verfahren der Drehzahloptimierung langlebiger.
Auf Herz und Nieren...
Eigene Ausbildung
Hand in Hand mit einer hohen Eigenfertigung geht für Mafell die konsequente Ausbildung von Nachwuchs im eigenen Betrieb. Von den über 200 Mitarbeitern sind rund zehn Prozent Auszubildende. Die eigene Ausbildung ist ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung und somit der Firmenphilosophie Mafells.
Breite Zielgruppe und Produktpalette
Während den Anfängen der Firmengeschichte war Mafell noch auf Zimmereimaschinen spezialisiert. Inzwischen ist es selbstverständlich, dass vom Klassischen Zimmerer über Schreiner bis zum Dachdecker, Bodenleger und Fensterbauer jeder, der mit Holz zu tun hat, in der Produktpalette der Oberndorfer fündig wird. Neun Außendienstmitarbeiter und 3000 Fachhändler bringen Mafell-Produkte an den Kunden, elf Vertragshändler sind exklusiv für Zimmereimaschinen zuständig. Exportiert werden die Maschinen über den Maschinen-Fachhandel, und für den amerikanischen Markt gibt es eine eigene Vertriebsniederlassung.
Vorstandsvorsitzender Dipl.-Ing. Matthias Krauss mir der KSP 40
Produkte
Neben den klassischen stationären Zimmereimaschinen umfasst die Palette halbstationäre Maschinen, mobile Montagemaschinen, aber auch viele Elektrowerkzeuge, die besonders für den Zimmermann interessant sind. Vom Sägen, Hobeln, Bohren und Schleifen bis zu Spezialmaschinen ist alles dabei. Das Ziel der Firma ist es, langlebige, leistungsfähige und doch leichte Geräte anzubieten, die durch Erfahrung und Innovation für den Anwender optimiert sind.
Neues KSP 40 Flexistem
Neben der Kervenfräse ZK 115 E und dem DuoDübler DD 40 PowerMAX ist eine der diesjährigen Neuheiten aus dem Hause Mafell die KSP 40 Flexistem, die Handkreissäge mit der einrollbaren Führungsschiene komplett im Koffer.
Marketing-Manager Ralf Kohler mit der Führungs-schiene des Flexistem
Die 1,6mm dünne und 1400 Millimeter lange Schiene ist aus Spezialstahl, läßt sich bequem im Koffer transportieren und verfügt über eine sehr hohe Geradheit. Die dünne Schiene macht das Umsetzen bei einer Winkelveränderung überflüssig.
Mit Führungsschiene erreicht die KSP 40 eine Schnitttiefe von 40 Millimetern – ausreichen für die meisten Anwendungen – und wiegt ganze 2,4 Kilogramm mit leistungsstarkem Motor. Speziell für das Sägen von Schattenfugen ist wichtig, dass die Säge bis auf 11,5 Millimeter an Ränder herankommt. Eine besondere Eigenschaft der KSP 40 ist es, dass sie Vorteile von Pendelhaubensäge und Tauchsäge ineinander vereint: Sie kann auf der Schiene eintauchen, jedoch nicht wie die Tauchsäge über einen Drehpunkt, sondern senkrecht, wodurch es keine Rückschnellkraft gibt.
Ein Wagen voll KSP 40 warten auf die Auslieferung
Ein weiterer Punkt, bei dem Mafell auch im Detail dem Anwender die Arbeit erleichtert, ist der seit zehn Jahren eingesetzte Flippkeil, ein Spaltkeil, der beim Eintauchen hoch- und wieder heruntergeschoben werden kann und somit nicht jedesmal abmontiert werden muß. Die Gummilippe der Schiene sorgt dafür, dass es weniger Ausriß beim Sägen gibt.
Alles drin: Säge und Schiene im Koffer
Jetzt darf das Handwerk gespannt sein, was den Oberndorfern sonst noch einfällt. Vielversprechend verrieten sie: "Es kommt bald wieder was".