Fachverband Werkzeugindustrie e.V. ist 100 - Neuer Vorstand gewählt - Geringe Aussichten auf rasche Erholung
Neuer und alter Vorsitzender des Fachverbands Werkzeugindustrie (FWI), Remscheid ist Matthias Hoffmann, HAZET-WERK. Die Mitgliederversammlung wählte Hoffmann in Frankfurt am Main für weitere vier Jahre zum Vorsitzenden des Verbandes. Ihm zur Seite stehen als Stellvertreter J. Wolfgang Kirchhoff, Kirchhoff-Witte GmbH, Hagen und Hans-Dieter Sanker P.F. Freund & Cie. GmbH, Wuppertal-Cronenberg. Der FWI wählte zudem vierzehn weitere Damen und Herren in den Gesamtvorstand für die Amtsperiode 2009 – 2013.
| In der Mitgliederversammlung erinnerte Hoffmann an 100 Jahre Verbandsarbeit für die Deutsche Werkzeugindustrie: am 21. Mai 1909 wurde in Remscheid der Verband „Deutsche Werkzeug-, Eisenwaren – und Haus – und Küchengerät-Fabrikanten“ gegründet, der Ende 1920 in den „Gesamtverband der Deutschen Werkzeugindustrie“ überführt wurde. Im Juni 1943 wurde bei Luftangriffen auf Remscheid der Sitz des Verbandes, das „Gelbe Schlösschen“ in der Elberfelder Strasse, ausgebombt und der Verband hospitierte bei Mitgliedsunternehmen. 1951 wurde der Verband als „Fachverband Werkzeugindustrie e.V.“ neu gegründet. 1990 wurde in Schmalkalden / Thüringen eine Außenstelle des FWI gegründet. Sie betreute direkt die seinerzeit bis zu 37 mitteldeutschen Mitgliedsunter-nehmen. Seit Kriegsende standen dem FWI neun Unternehmer als Verbandsvorsitzende vor. Fünf Geschäftsführer, zur Zeit Rainer Langelüddecke, fungierten als Geschäftsführer. Heute zählt der Verband über 140 Mitglieder, die sich als Hersteller von Hand-, Maschinenwerkzeug und Dübel und Befestigungstechnik im FWI zusammenschließen. Die Branche erzielte in 2008 rund 3,7 Mrd. Euro Umsatz und beschäftigt rund 28.000 Mitarbeiter. Hoffmann verwies in seiner Rede vor Mitgliedern in Frankfurt am Main auf den rasanten Abschwung der Konjunktur auch in der nach Teilbranchen stark unterschiedlich betroffenen Werkzeugindustrie. Die Auftragseingänge seien um ca. 34% geringer als im Vorjahr. Der Umsatzrückgang beträgt 27%. Die Kapazitätsauslastung sei so niedrig wie nie zuvor, so dass nahezu alle Betriebe Kurzarbeit fahren, Einstellungsstopps und Personalentlastungen verfügen, um die im Laufe der letzten drei vergangenen Boomjahre aufgebauten Kapazitäten zurückzufahren. Hoffmann betonte, dass für die starke exportabhängige, deutsche Werkzeugindustrie der Rückzug auf den Binnenmarkt keine Handlungsoption sei, vielmehr die verstärkte Internationalisierung kleiner und mittlerer Unternehmen ohne Alternative sei. Hoffmann wandte sich angesichts der Rezession und allgemeinen Krise „gegen die Gier nach dem schnellen Geld aus Berlin“, und warnte davor, share-holder value-getriebene Konzenlenker mit mittelständischen Familienunternehmen in einen Topf zu werfen. Hoffmann erinnerte daran, dass die wahre Leistungsfähigkeit des marktwirtschaftlichen Systems darauf basiere, wirtschaftliche Entscheidungen dezentral, eigenverantwortlich und auf eigenes Risiko zu treffen. Diese Anforderungen erfüllen, so Hoffmann, im industriellen Mittelstand Tag für Tag am besten die Familienbetriebe – auch in der Krise. |
Quelle Artikel und Logo: FWI
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