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Keine „faulen“ Akkus mehr - Li-Power Akku-Technologie von Metabo

Nach mehrjähriger Entwicklungsarbeit präsentiert der schwäbische Elektrowerkzeughersteller Metabo erstmals Wechsel-Akkupacks mit Lithium Batterien für bereits auf dem Markt vorhandene, professionelle Metabo-Akkugeräte und die dazugehörigen neuen Universal-Ladegeräte.
In Kombination mit  der „air cooled“-Ladetechnik soll das Arbeiten mit Batteriegeräten einfacher und vor allem billiger werden.

Die KSA 18 von Metabo.

Die KSA 18 von Metabo - jetzt auch mit Li-Power Akkus.
Bild: Metabo

Bei den neuen Li-Power Batterien sei praktisch keine Selbstentladung, kein Memory- und kein Lazy-Battery-Effekt („faule“ Batterie) vorhanden. Der Memory-Effekt tritt bei Nickel-Cadmium (NiCd) und der Faule-Batterie-Effekt bei Nickel-Metall-Hybrid Akkus (NiMh) auf. Beide senken die Leistungsfähigkeit des Akkus. Sie entstehen wenn dieser bei der Wiederaufladung nicht vollständig entladen ist. Bei den neuen Li-Power Batterien dauert der Selbstentladevorgang vier bis fünf Jahre, bei NiCd und NiMh Akkus beträgt er dagegen nur vier bis sechs Monate. Selbst nach einem Jahr Lagerung ohne Gebrauch hat die Lithium Batterie noch fast volle Power, verspricht Metabo.

1000 Lade- und Entladezyklen

Die Lebensdauer von Lithium Batterien vergleicht Metabo mit der von NiMh Akkus. Diese liegt bei bis zu 1000 Lade- und Entladezyklen. Allerdings sei der Wirkungsgrad von Lithium Batterien um einiges besser als der von NiCd und NiMh Zellen. Dem Anwender stehe also eine höhere Energieabgabe zur Verfügung. Die spezifische Energie sei mit 90 bis 120 Wattstunden pro Kilogramm die höchste unter den wieder aufladbaren Batterien und im Vergleich zu Nickel-Cadmium mit 30 bis 50 Wattstunden pro Kilogramm mehr als doppelt so hoch. Die neu entwickelten Batterien liefern über den gesamten Entladezeitraum eine nahezu konstante Ausgangsspannung, garantiert der Werkzeug-Hersteller aus Nürtingen.

Der neue Akku wiegt nur noch die Hälfte

Die neuen Akkupacks werden von Metabo zunächst mit Kapazitäten von zwei oder drei Ah (Amperestunden) angeboten. Diese Kapazität stehe dann über die gesamte Lebensdauer des Akkus zur Verfügung. Ein wichtiger Vorteil für den Anwender sei das geringe Gewicht. Ein 14,4 Volt Akkupack mit einer Kapazität von drei Ah wiegt, laut Metabo, weniger als 540 Gramm. Das ist deutlich weniger als das Gewicht von NiCd oder NiMh Akkus.

Volle Leistung bei 70 Grad

Metabo lobt ebenfalls die weitgehende Temperatur-Unempfindlichkeit der neuen Akkus. Der Profi weiß, dass in der kalten Jahreszeit NiMh Akkus bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oftmals nicht sofort funktionieren. Der Akkuschrauber dreht sich einfach nicht und muss zunächst aufgewärmt werden. Die Li-Power Batterien sollen nun aber bei sibirischer Kälte von minus 20 Grad Celsius genauso problemlos ihren Dienst tun wie bei brütender
Hitze von bis zu 70 Grad. Auch die Umweltverträglichkeit spräche für Lithium, einem Leichtmetall, das als absolut umweltfreundlich eingestuft werden darf. Es verlangt allerdings ein besonders druckfestes Gehäuse mit einem Ventil zum Druckabbau und eine spezielle Ladeelektronik.

Schlaue Ladegeräte

Die neuen Ladegeräte seien in der Lage automatisch zu erkennen welcher Akkutyp mit welcher Spannung und welcher Kapazität eingesteckt wurde und sollen daher neben den Li-Power Batterien auch weiterhin alle Metabo NiCd und NiMh Akkupacks laden können. Um die Vorteile der neuen Akkupacks von Metabo zu nutzen, muss der Anwender also nicht unbedingt ein neues Gerät kaufen. Metabo bekräftigt, dass ein Li-Power Akkupack und ein neues Ladegerät genügen, um in den Genuss der neuen Technologie zu kommen. Die neuen Li-Power Batterien und die neuen Ladegeräte will der schwäbische Werkzeug-Hersteller im zweiten Halbjahr 2005 auf den Markt bringen.

P.Richter - 2005 (V)

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