„Kirjes“ – man könnte ihn wohl auch als den Schweden unter Japanern bezeichnen. Normalerweise sticht Magma eher durch traditionelle japanische Werkzeuge hervor. Im Fall des Schleifsystems für runde und geschwungene Werkstücke, setzt man in Aurolzmünster jedoch auf den schwedischen Hersteller „Kirjes“. Die Technik hinter dem „Kirjes-Schleifsystem“: Mit aufpumpbaren Schleifwalzen- und kugeln auf einer biegsamen Welle soll es möglich sein, eine „bisher unbekannte Oberflächengüte“ zu erreichen – und das ohne zu kratzen.
| Eine der behutsamsten und geschmeidigsten Alternativen für das Schleifen und Polieren von Hand sind wohl immer noch Luftschleifrollen. Denn bei ihnen wird ein besonders weicher Schleifaufsatz an einem anschwellenden Gummikörper fest gepumpt. Das Schleifen wird dadurch geschmeidiger und stoßfreier. So schön das klingt, gibt es dennoch ein Problem dabei: Herkömmliche Luftschleifrollen werden meist mit massiven und harten Kanten, mit einem aus dem Boden der Rollen herausragenden Ventil und einem großen Wellenzapfen hergestellt. Diese Faktoren begrenzen die Verwendbarkeit der Luftschleifrollen erheblich: Ein weiches Schleifen ist im Prinzip nur in der Mitte der Rolle möglich. Um die relativ kleine Schleiffläche zu vergrößern, wurden die Luftschleifrollen oft unnötig groß und unförmig hergestellt. Der Betrieb dieser Rollen auf einer biegsamen Welle war nahezu unvorstellbar. Autoreifen als Vorbild Der Hersteller „Kirjes“ fand nun eine andere Lösung: Bei seinem Schleifsystem kommen gegossene Gummikörper zum Einsatz. Als Vorbild hierzu standen Autoreifen Pate. Anstelle der oft verwendeten Wellenzapfen werden bei Kirjes Ventile eingesetzt. Die Vorteile dieser Technik liegen auf der Hand: Durch die gegossenen Gummihülsen gibt es keine harten Kanten mehr. Außerdem können die Schleifaufsätze nicht mehr wandern. Einsetzbar ist das Kirjes-Schleifsystem auf Holz, Metall, Horn und Kunststoffen. Wie der Hersteller betont, könne man mit ihm sowohl ebene als auch konkave Flächen schleifen – und das ohne Schleifspuren zu hinterlassen. |
| Kirjes-Welle und -Ball Besonders geeignet ist das System auf einer biegsamen Welle. Die so genannte „Kirjes-Welle“ wurde mit drei Kugellagern für den Dauerbetrieb ausgestattet. Durch eine aus einer doppeltgewickelten Stahlspirale hergestellten Außenhülle soll sie extrem flexibel sein. Die Welle besitzt ein richtiges Schlüsselspannfutter mit einer Spannweite von 0 bis 10 Millimetern. Etwas Besonderes hat sich Kirjes für das Schleifen und Aushöhlen von Kellen, Schalen und Mulden ausgedacht: Mit dem Kirjes-Ball sollen sich Schleifaufsätze leicht an einer runden, birnenförmigen Luftschleifrolle befestigen lassen. Das Kirjes Komplett-Set bestehend aus Motor, biegsamer Welle, vier Schleifaufsätzen, je einem Schleifpapieraufsatz Korn 220, einer Pumpe und einem VHS-Video bietet Magma zum Einführungspreis für 269 Euro an. Kathrin Volpert – 2005 (S) |
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