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"Made in Germany": International wettbewerbsfähig Dank weicher Faktoren

Was ist das Geheimnis des Erfolges der Hersteller von Werkzeug "Made in Germany"? Natürlich spielen rationelle Produktionsprozesse und eine optimierte Fertigung eine wichtige Rolle wenn es darum geht, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Doch im Rahmen einer Kampagne deckte der Fachverband Werkzeugindustrie e.V. (FWI) auf, dass von den Führungskräften weiche Unternehmensfaktoren wie Mitarbeiterbindung, Arbeitsschutz, Mitarbeiterqualifizierung und dem fokussierten Einkauf in Deutschland eine noch bedeutendere Rolle beigemessen wird.

Der Fachverband Werkzeugindustrie e.V.


Der Fachverband Werkzeugindustrie e.V. (FWI).

Foto: FWI

Im Rahmen der auf der internationalen Eisenwarenmesse / PRACTICAL WORLD angestoßenen Kampagne untersuchte der FWI die Leistungen der "Made in Germany"-Unternehmen, die jenseits ihrer eigentlichen Unternehmensbereich liegen. Sieben Unternehmen wurden unter die Lupe genommen, um herauszufinden, welche "weichen" Faktoren ihren Erfolg bestimmen. Die Bandbreite reichte von großen Unternehmen wie GEDORE, KNIPEX, Stahlwille über mittlere Betriebe wie STABILA oder Witte Werkzeuge bis hin zu kleineren Firmen wie WURO Wilhelm Uebach und Joh. Hermann Picard. Allen gemein ist die der Fokus der Produktion in Deutschland. Eine weitere Gemeinsamkeit zeigt sich in der Tradition der Unternehmen: Zumindest seit Jahrzehnten werden sie als Familienunternehmen geführt.

Gute und tragfähige Verhältnisse hinterlassen

Als Basis des Unternehmenserfolgs sieht Volker Einbeck, Geschäftsführer der GEDORE Werkzeug-Gruppe das Können und Engagement seiner Mitarbeiter. Ralf Putsch, Geschäftsführender Gesellschafter des KNIPEX-Werk C. Gutstav Putsch KG wies auf die Langfristigkeit des Handelns hin: "Wir wollen unser Unternehmen so führen, dass wir bei aller Orientierung am wirtschaftlichen Erfolg den nachfolgenden Generationen gute und tragfähige Verhältnisse hinterlassen."

"Made in Germany" wirklich praktizieren

Auch bei STABILA spielen die Mitarbeiter eine große Rolle. Vor allem die strengen Leitsätze bezüglich Mitarbeiterorientierung und das partnerschaftliche Verhältnis zu Lieferanten werden als Erfolgsfaktoren gesehen: "Sie geben uns die Garantie, hochwertige und langlebige Messwerkzeuge herstellen zu können", so Dr. Ulrich Schäfer, Geschäftsführer. Bei Witte wird besonders der Arbeitsschutz betont: "Wegen unserer Unternehmenskultur und Mitarbeiterorientierung haben wir beste Werte im Bereich Arbeitschutz - seit drei Jahren gab es im Unternehmen keinen meldepflichtigen Arbeitsunfall mehr." Stahlwille in Wuppertal legt großen Wert auf das Bekenntnis "Made in Germany": "Um den Produktionsstandort Deutschland zu sichern reden wir nicht nur über "Made in Germany", sondern praktizieren es täglich. Konkret heißt das: vor drei Jahren wurde ein eigenes neues Gütesiegel mit dem Namen "Forged and Finished in Germany" eingeführt".

Handeln damit Deutschland die Kurve kriegt

"Wir Werkzeughersteller können doch nicht einfach alle weglaufen. Wir müssen sehen, dass wir in Deutschland die Kurve kriegen", resümiert Jens Giebeler, Mitinhaber der WURO Wilhelm Uebach GmbH & Co. KG im nordrhein-westfälischen Freudenberg-Niederndorf. Den richtigen Weg sieht man bei WURO in Betriebsklima, Mitarbeitermotivation und Mitarbeiterbeteiligung.

K. Volpert - 2008 (S)

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