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Qualität siegt: Werkzeug-Einsatz beim Boxenstop

Aus einem lauten Krachen, wird ein gewaltiges Donnern, das zerreißt die morgendliche Stille auf dem Hockenheim-Ring noch deutlich vor neun Uhr morgens. Das Brüllen des Motors hängt noch in der Luft, als der gelbe Rennwagen schon wieder davon schießt. Das war die Startnummer 29: Renn-Pilot Michael A. Dürr treibt den Wagen gnadenlos weiter über die Rennstrecke. Der Nachwuchs-Rennfahrer startet in der "Lista Formel Masters junior Championship". Neben dem Pflichtprogramm - Qualifying und Rennen - bot der junge Mechatronik-Azubi einen Blick in die Box mit Werkzeug-Einsatz. Als Werkzeug-Kenner mit ordentlich Know-how erwies sich Dürr, der schon seit seinem elften Lebensjahr schraubt.

Dürr auf dem Hockenheimring: Der Nachwuchs-Rennfahrer startet in der "Lista Formel Masters junior".


Dürr auf dem Hockenheimring: Der Nachwuchs-Rennfahrer startet in der "Lista Formel Masters junior".

Das Qualifying ist beendet. Aber Michael Dürr lässt die Mundwinkel wie seinen weißen Overall herunterhängen. "Da ist noch mehr drin", ist er sich sicher. Ein Blick durch die Box des österreichischen Renn-Teams Neuhauser-Racing, mit dem Dürr seit 2006 an den Start geht, lässt daran keinen Zweifel. Das Werkzeug stimmt, bekannte Marken-Qualität ist zu sehen. Und Michael erläutert dem Technik-Chef ins Detail welche Probleme er mit der Kupplung hatte.

Rennfahrer und Mechatroniker


Ein 14ner Rahsol-Schlüssel taucht in Dürrs Hand auf: Der Rennfahrer kennt sich mit Werkzeug aus.


Ein 14ner Rahsol-Schlüssel taucht in Dürrs Hand auf: Der Rennfahrer kennt sich mit Werkzeug aus.

Fotos: J. Stimpfig, werkzeugforum

"Beim Schalten lief es nicht rund - aber das bekommen wir in den Griff", grübelt der Junior-Rennfahrer und greift beherzt nach einem matten Chrom-Werkzeug. Ein 14ner Rahsol-Schlüssel taucht in seiner Hand auf. Auch sonst ist nur Marken-Werkzeug in der Box.

Dürr ist mehr als nur Rennfahrer. Im zweiten Lehrjahr steht der angehende Mechatroniker nun. Beim Hantieren mit Akku-Schrauber und Hand-Werkzeug wird eines deutlich: Der 19jährige hat richtig Spaß an der Technik.

Schraub-Fan: Mit elf Jahren Rasenmäher repariert


Schraub-Fan Dürr schaut am Motorblock nach dem Rechten.


Schraub-Fan Dürr am Motorblock.

Das Technik-Know-how kommt nicht von ungefähr: Dürr kommt aus einer technisch versierten Familie mit Handwerks-Tradition. Vater Eugen ist Agrar-Ingenieur und Landmaschinen-Kenner. Zwei Elektriker weist die Verwandtschaft mütterlicherseits auf. "Überhaupt hat der Michael schon mit elf oder zwölf Jahren vor unserem Haus an kaputten Rasenmähern rumgebastelt und die auch zum Laufen gebracht", erinnert sich Ingrid Dürr, Mutter des Azubis aus Backnang bei Stuttgart: "Immer wenn’s was zu schrauben gab, war Michael sofort dabei."


"Mit dem Akku-Bohrschrauber lässt sich gut arbeiten", meint Dürr.


"Mit dem Akku-Bohrschrauber lässt sich gut arbeiten", meint Dürr.

Neben der Rennstrecke: Akku-Schrauber von DeWalt

Der gelb-schwarze Akku-Schrauber DC 750KA surrt kurz, dann sitzt die Schraube im Rennwagen. Das Karosserie-Teil sitzt fest. Michael Dürr führt das Werkzeug des Neuhauser-Racing Rennteams vor. Der abgegriffene DeWalt-Schrauber leistet wohl schon lange seine Dienste. "Mit dem lässt sich gut arbeiten", meint Dürr und wiegt das Elektro-Werkzeug in der Hand.


Der DeWalt Akku-Bohrschrauber DC 750KA surrt kurz, dann ruckt die Schraube in den Rennwagen.


Der DeWalt Akku-Bohrschrauber DC 750KA surrt kurz, dann sitzt die Schraube im Rennwagen.

Als der Formel Masters-Fahrer den 9,6 Volt Akku-Schrauber näher betrachtet fällt ihm ein: "So ähnliche haben wir auch in unserer Auto-Werkstatt." Dann gesteht er, beim konzentrierten Arbeiten nicht mehr so sehr auf die Marke zu achten: "Ich merke dann am Resultat, ob es sich um ein Profi-Werkzeug handelt!" Und in einem richtigen Handwerksbetrieb gebe es ja sowieso nur Marken-Werkzeug.

"Hazet-Werkzeug war die Rettung!"

Schlechte Erfahrung mit Werkzeug musste Dürr jedoch auch schon machen. Nicht nur während der Ausbildung beim


Hand-Werkzeuge: Blick in die Werkzeug-Kiste des Neuhauser-Racing Rennteams.


Hand-Werkzeuge: Blick in die Werkzeug-Kiste des Neuhauser-Racing Rennteams.

Fotos: J. Stimpfig, werkzeugforum

Autohaus Burger Schloz in Murrhardt, sondern schon zu Realschul-Zeiten beim Zweirad-Schrauben. Der Turbolader eines Bekannten war kürzlich kaputt und musste ausgewechselt werden: "Da haben wir mit einem No-Name-Ring-Schlüssel gearbeitet. Der hatte aber viel zuviel Spiel! So wurde die Schraube regelrecht abgeschliffen und rund", grinst Dürr. Die Rettung war ein Nachbar: Er half mit Werkzeug von Hazet aus. "Die 'runde' Mutter mussten wir aber aufschlagen - anders ging es einfach nicht mehr."

Werkzeug-Qualität muss stimmen

"Einmal ist uns in der Werkstatt ein Gabelschlüssel abgebrochen, zuerst hatte er sich aber verbogen", erzählt


Hier wird mal ein Wiha-Schraubendreher ausprobiert. "In der Werkstatt arbeiten wir aber mit Hazet-Werkzeugen", erklärt Dürr.


Hier wird mal ein Wiha-Schraubendreher ausprobiert.

Kart-Sieger Dürr (High Speed Kart 2004). Ein sicheres Zeichen für guten Werkzeug-Stahl. "Wir arbeiten in meiner Lehrwerkstatt bei Schloz mit Qualitäts-Werkzeugen - bevor was passiert, spüre ich das Biegen eines Schlüsselsund weiß, gleich bricht was", so Dürr.

Vor allem jetzt in der Ausbildung habe er festgestellt, dass Werkzeug der falsche Ort für Sparmaßnahmen sei. Die Werkzeug-Qualität müsse einfach stimmen. "Billig-Werkzeug ist für Kleinigkeiten in Ordnung, aber sonst bringt das gar nichts", stellt der Auto-Liebhaber fest: "Das musste ich aber auch erst lernen." Dann entschuldigt er sich - es gilt das Rennen vorzubereiten.

Karriere-Sprungbrett Formel Masters junior


Gleich geht es los: Dürr sitzt "rennfertig" in seinem 130 PS starken Wagen.


Gleich geht es los: Dürr sitzt "rennfertig" in seinem viele PS starken Wagen.

Fotos: J. Stimpfig, werkzeugforum

"Michaels Teamkollege Gerhard Tweraser, der 2006 Lista Junior Meister werden will, fährt in dieser Saison ständig Siege ein", erklärt Dürrs Manager Olaf Schweizer: "Daran kann Michael anknüpfen und vielleicht in ein paar Jahren in die Formel 3 aufsteigen - aber das wird dann richtig teuer und anstrengend." Tapfer kämpft Dürr daher um weitere Sponsoren, die ihn seinem Traum näher bringen. Der Manager betont: "Rennfahren ist für Michael mehr als ein Hobby, der Junge will damit richtig Geld verdienen und Profi werden." Auch Michael Schumacher hat die Lista Masters Nachwuchsklasse als Karriere-Sprungbrett genutzt. Bleibt zu hoffen, dass es Michael Dürr ebenfalls vergönnt ist. Erfreulich ist der Realitätssinn des Motorsportlers Dürr: "Nach der Ausbildung mache ich erst Mal den II. Bildungsweg und studiere dann." Maschinenbau-Ingenieur will er werden - ein eigenes Auto konstruieren - was sonst ...

P. Richter / J. Stimpfig - 2006 (S)

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