Schutzgas-Atmosphäre aus dem Inneren der Drahtelektrode
Beim Schweißen im Freien ist nicht nur der Schweißer rauen Winden ausgesetzt, sondern auch der zum effizienten Schweißen erforderliche Lichtbogen. Ob Servicetechniker bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), Monteure auf Baustellen im Stahl-, Tunnel-, Schiffs- oder Offshorebau, alle schweißen unter erschwerten Bedingungen: Wind und Zugluft zerstören die beim MAG-Verfahren notwendige Hülle aus Schutz- oder Aktivgas.
| „Wird der gasförmige Arbeitsraum vom Winde verweht, müssen die Praktiker üblicherweise das weniger luftzuganfällige, aber auch deutlich weniger produktive E-Handschweißen anwenden“, erläutert Schweißgeräte-Hersteller Fronius die Problematik. Das Österreichische Unternehmen hat sich diesem Problem gestellt und eine Lösung gefunden: „Beim Innershield-Schweißen befindet sich der Stoff, der die Schutzgas-Atmosphäre erzeugt, im Inneren der Drahtelektrode, statt von außen als Gas hinzuzukommen“, erklären die findigen Österreicher ihren Lösungsansatz. Dadurch sei das Verwehen der Schutzgas-Hülle kein Thema mehr. „Und der gefüllte Draht ist, wie der übliche Draht beim MSG-Verfahren, auf Rollen gewickelt“, ergänzt das Unternehmen. Durch diese Neuerung könne das Fülldrahtschweißen laut Fronius die wirtschaftlichen Nachteile des E-Handverfahrens ausgleichen. Die BVG als Zeuge Als Beleg verweist der Hersteller auf die Erfahrungen der Servicetechniker der BVG. Die Berliner Schweißfachleute bekunden eine 30-prozentige Leistungssteigerung, die beim Verschweißen der Stöße von Fahr- und Stromschienen, gegenüber dem E-Handschweißen erreicht worden sei. Einen erheblich Beitrag zum effizienteren Arbeiten leistet aber auch das spezielle Innershield-Equipment, das den Schienenbauern mit an die Hand gegeben wurde. BVG-Schweißfachmann Uwe Geschwandner ist davon überzeugt, dass die Fronius-Entwicklung auch auf anderen Baustellen in zugiger Umgebung ihre Vorteile ausspielen könne. „Prinzipiell ergeben sich für alle E-Hand-Schweißanwendungen mit großem Nahtvolumen interessante Einsparmöglichkeiten“, lautet sein Resümee. Für die Neuerung nutzt Fronius seine Standard-Schweißsysteme. Die Stromquelle „TransSynergic 4000 C“ ist jetzt mit der entsprechenden Zusatzausstattung erhältlich. F. Dirr - 2007 (S)
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