Speziell aufs Wurzellagenschweißen ausgelegt: Das FastROOT-Verfahren
FastROOT heißt ein neuer MIG/MAG Schweißprozess für das Wurzellagen- und Dünnblechschweißen. 2005 wurde er von der Firma Kemppi zum ersten Mal vorgestellt. Geeignet für Baustahl und Edelstahl soll er eine störungs- und spritzerfreie Tropfenablösung ermöglichen und so das Wurzellagenschweißen optimieren.
| FastROOT-Schweißen ist ein abgewandelter Kurzlichtbogen-Schweißprozess, der jedoch eine höhere Schweißgeschwindigkeit und -produktivität als das WIG-Schweißen bieten soll. Ausgelegt ist der Prozess vor allem auf das Wurzellagen- und Dünnblechschweißen. "Bisherige Schweißverfahren waren nicht explizit aufs Wurzellagenschweißen ausgelegt", erklärt der Hersteller Kemppi den Hintergrund der neuen Entwicklung. Das FastROOT-Verfahren Beim FastROOT-Schweißprozess werden die Strom- und Spannungsparameter der Stromquelle digital gesteuert. Der Schweißprozessor überwacht den Kurzschlussstrom und regelt den richtigen Übertragungstakt der Zusatzwerkstofftropfen vom Zusatzwerkstoff zum Schweißbad. |
| Das Prinzip, das hinter FastROOT steckt, basiert auf verschiedenen Schweißstromphasen. Diese beeinflussen die Kurzschluss- und Lichtbogendauer sowie die dazugehörigen Anstiegsphasen. Der FastROOT-Prozess ist an sich, wie eben schon erwähnt, ein abgewandelter Kurzlichtbogen-Schweißprozess. "Er darf aber nicht mit dem Impulsschweißen verwechselt werden", betont Kemppi ausdrücklich. Beim FastROOT-Verfahren wird in der ersten Phase der Zusatzwerkstoff spritzerfrei ins Schweißbad geleitet. Während der zweiten Phase wird der Energieeintrag (in das Schweißbad) auf dem gewünschten Niveau gehalten.
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| Zu Beginn der ersten Phase weist der Schweißstrom eine kurze Stromspitze beim Eintauchen des Schweißdrahts in das Schweißbad auf. Während dieser ersten Phase erzeugt die schnelle Stromerhöhung eine sogenannte Abschnürkraft. Diese löst den Tropfen von der Spitze des Schweißdrahts. Sobald der Tropfen das Schweißbad erreicht hat, beginnt die zweite Phase, die sogenannte Lichtbogenphase. Sie soll einen ausreichenden Einbrand bei der Wurzellage gewährleisten. Durch die Festlegung des Grundniveaus soll gewährleistet werden, dass der nächste Zusatzwerkstofftropfen während des nächsten Kurszschlusses optimal zum Schweißbad geleitet wird. Die Tropfenablösung wird durch die Gerätesteuerung überwacht. "Nur das richtige Timing von Stromzu- und abnahme kann einen spritzfreien Übergang vom Kurzschluss zum offenen Lichtbogen ermöglichen", erklärt Schweißgeräte-Hersteller Kemppi. Schweißmaschinen mit FastROOT-Funktion FastMig-Schweißmaschinen von Kemppi können zusätzlich mit der FastROOT-Funktion ausgestattet werden, um die Geschwindigkeit und Qualität des Wurzellagenschweißens zu erhöhen. Sie sollen es dem Schweißer ermöglichen, die Schweißleistung (Drahtvorschub) einzustellen, sowie den Lichtbogendruck und das Grundstromniveau. Die Vorteile der FastROOT-Technik liegen, laut Kemppi, in der schnellen und genau zeitlich abgepassten Steuerung der Stromquelle in Kombination mit der korrekten Stromkurvenform. Diese Faktoren ermöglichten eine störungs- und spritzfreie Tropfenablösung und Übertragung zum Schweißbad. Dadurch werde der Lichtbogen stabil gehalten und der Schweißprozess sei einfach zu steuern. Ein weiteres Plus des FastROOT-Prozesses ist, dass er das Schweißen in nahezu allen Lagen, insbesondere in fallender Position, ermöglichen soll. "Unser FastROOT-Prozess führt zur gewünschten Einbrandtiefe und einer spritzerfreien Schweißnaht", freut sich Kemppi. Die FastMig Synergic-Serie von Kemppi ist für alle MIG/MAG-Anwendungen der schweren und mittelschweren Industrie geeignet. Ihr modulares Konzept mit austauschbaren Stromquellen, Vorschubeinheiten und Funktionseinschüben ermöglicht unterschiedliche Schweißgeräte-Konfigurationen. K. Volpert - 2007 (S) |
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