FWI: "Qualität bewahren, Marken stärken, Sicherheit bieten"
"Markenstark und standortbewußt", so die FWI-Kampagne im Frühjahr diesen Jahres. Rainer Langelüddecke, Geschäftsführer des Fachverbands Werkzeugindustrie (FWI), unterstrich zudem in einem Gespräch mit Jörg Stimpfig, dem Herausgeber der "Werkzeugbibel – Welt der Werkzeuge" in Stuttgart: "Der Wettbewerb auf dem deutschen Werkzeugmarkt gilt im internationalen Vergleich als ausgesprochen hart. Für deutsche Hersteller heißt es daher die hohe Qualität zu bewahren, die Marken weiter zu stärken und Sicherheit zu bieten."
| FWI: "Made in Germany" wieder gefragt Traditionelle Marken spielen eine herausragende Rolle. In ihnen ist auch das Qualitätsversprechen impliziert, das in den Augen der Kunden den Mehrpreis gegenüber Wettbewerbsprodukten rechtfertigt. Der substantielle Markenerhalt und –ausbau wird durch das Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland flankiert. Langelüddecke: "Verstärkt gehen deutsche Werkzeughersteller dazu über, ihre Verbundenheit mit der Produktion "Made in Germany" darzustellen und werblich hervorzuheben." Durch die gezielte Entwicklung ihrer Produkte im engen Kontakt mit den professionellen Kunden stehen deutsche Hersteller mit ihrem Markenversprechen für ausgereifte Qualität ein. |
| Entwicklungsvorsprung, Anwender- und Anwendungssicherheit, Langlebigkeit sowie qualitativ hochwertige Fertigungstechnologie bieten den Kunden Vorteile, die den höheren Preis bei weitem wettmachen. Derart aufgestellte, langfristig am Markt agierende Unternehmen bieten zudem gegenüber austauschbaren Billiganbietern die Sicherheit des Zubehör-, Ersatzteil- und Nachkaufgeschäftes sowie Serviceleistungen auf lange Zeit. "Werkzeugbibel" stärkt Premium-Marken Mit der Herausgabe der "Werkzeugbibel – Welt der Werkzeuge" verfolgt Jörg Stimpfig dasselbe Ziel: Die hochwertigen Markenhersteller, deren Tradition, Qualität und soziales Engagement für die Mitarbeiter herausstellen. Der bekannte und langjährige Brancheninsider kennt die Marktteilnehmer und unterstützt sie mit der "Werkzeugbibel" glaubwürdig im Wettbewerb gegen qualitativ minderwertige und sicherheitsbedenkliche Produkte. Rainer Langelüddecke: "An dieser Stelle gilt es auch, sich gedanklich mit sogenannten Handelsmarken auseinanderzusetzen. Sie sind in großer Breite in Heimwerker- und Baumärkten, aber auch im Fachhandel zu finden. Stammen noch viele dieser Werkzeuge aus deutscher Fertigung, so werden sie dennoch nicht mit dem Label "Made in Germany" gekennzeichnet. Somit hält sich der Vertreiber bewusst die Möglichkeit offen, jederzeit auf Importprodukte umstellen zu können: "Dies geschieht zu Lasten der ursprünglich deutschen Hersteller, aber auch der Verbraucher", betont Rainer Langelüddecke. Mit der fehlenden Herstellermarke und dem "Made in Germany"-Bekenntnis werden ihm zwei Merkmale genommen, um bereits im Moment der Kaufentscheidung Qualitätswerkzeug mit Herstellergarantie erkennen zu können. |
| FWI: Keinen Etikettenschwindel betreiben Allerdings betonte Langelüddecke: "Wo ‚Made in Germany" drauf steht, muss auch "Made in Germany" drinstecken. Es gilt Grauzonen, Halbheiten und Missbräuche zu beleuchten und zurückzuschneiden, wenn Auswüchse entstanden sind." Der von großen Werkzeugabnehmern und dem ausländischen Wettbewerb erzeugte Kostendruck sowie die erleichterten Bezugsmöglichkeiten in aller Welt führten bei einigen Unternehmen dazu, immer mehr Arbeitsgänge in kostengünstigere Länder zu verlagern, die Produkte jedoch weiter mit "Made in Germany" zu kennzeichnen. "Das darf nicht sein", unterstrich Rainer Langelüddecke eindeutig. Als zerstörerischer Bumerang kommen auf derart agierende Unternehmen Imageverlust, Vergleiche mit anderen Billiganbietern und rückläufige Marktanteile zurück. Als konsequent gegenläufig sind Strategien von Firmen zu beobachten, die auf die deutsche Herstellung ihrer Produkte beginnend vom Design über das Schmieden der Rohlinge bis hin zur Wärmebehandlung und Montage setzen und dies wieder deutlich in ihrer Werbung herausstellen. Diese Firmen ermöglichen ihren Kunden in der Regel auch Einblicke in ihre Fertigungsprozesse, um das Kundenvertrauen in die Qualität ihrer Produkte langfristig zu sichern. So können sich diese Firmen einen Wettbewerbsvorsprung gegenüber denjenigen Unternehmen erwerben, die ihren Ruf als reinrassige deutsche Qualitätshersteller in der Branche bereits weitgehend verloren haben. Es ist anzunehmen, dass sie langfristig bessere Überlebenschancen haben als die Unternehmen, die weiter in der Grauzone agieren und aus Kundensicht keinen Vorteil mehr gegenüber ausländischen Billiganbietern bieten können. |
| Werker im Ausland ohne jede Absicherung "Vor einem gemeinsamen Hintergrund müssen freilich alle deutschen Werkzeughersteller erfolgreich bestehen", weiß Langelüddecke und ergänzt: Es konkurrieren doch die Mitarbeiter in unserer Branche mit Facharbeitern in Asien, welche, ohne jede soziale Absicherung – zu Löhnen zwischen 50 und 100 € im Monat, 48 Std. in der Woche, also für 25 bis 50 Cent Stundenlohn – arbeiten. Aufwand für Arbeitsschutz, die durch die Gewerbeordnung bedingten sozialen Einrichtungen, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Ausbildungsvergütungen, Krankenkassenbeiträge und viele weitere zur sozialen Absicherung und zum Schutz der Gesundheit und der Umwelt vorgeschriebene Maßnahmen sorgen bei uns dafür, dass zu den höheren Löhnen ein noch höheres Paket an zusätzlichen Kosten kommt, dass den Preis unserer Produkte erhöht. Unsere Unternehmen können diesen Preiskrieg nicht gewinnen. Wir brauchen die flankierende Assistenz der Politik gegenüber Ländern mit geringen Sozialstandards. Vor allem ist eine Änderung des Bewusstseins bei unseren Abnehmern nötig. Es muss sich die Bereitschaft in den Köpfen verankern, Interesse außer an dem Preis der Ware, auch an der Art des Zustandekommens dieses Preises zu zeigen. Die für sie selbst geltenden Werte sollten auch dort eingefordert werden. A.C. Schmitt – 2008 (S) |
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