Vom 24. bis 27. Februar 2026 wird Köln zum Treffpunkt der Dachdecker, Zimmerer, Klempner und Holzbau-Profis. Die DACH+HOLZ International rückt nicht nur Produkte und Technik in den Fokus, sondern präsentiert das Handwerk erlebnisorientiert. Mountainbike-Shows, ein Raumschiff aus Titanzink, Racing-Simulatoren und VR-Erlebnisse sollen vor allem junge Menschen ansprechen. Doch was steckt strategisch dahinter – und welche Bedeutung hat das für die gesamte Dachbaubranche?
- Termin/Ort: 24.–27. Februar 2026, Köln
- Fokus: Nachwuchs, Erlebnisformate, Community und Austausch
- Fachlicher Kern: Rund 450 Aussteller, Start-up & Innovationen Area, Award
- Highlight: Live-Training der Nationalteams und Mitmach-Angebote
Nachwuchs im Mittelpunkt
Die Messe setzt 2026 sichtbar auf Nachwuchsgewinnung. Junge Besucher sollen das Handwerk nicht nur erklärt bekommen, sondern es erleben – und zwar niedrigschwellig und persönlich.
- Freier Eintritt für Schul- und Berufsschulklassen (Anmeldung vorab per E-Mail)
- VR-Erlebnisse und 360-Grad-Einblicke in typische Tätigkeiten
- Persönliche Gespräche mit Social-Media-Aktiven aus der Handwerks-Community
- Informationen zu Ausbildung und Weiterbildung durch Verbände, Kampagnen und Kompetenzzentren
Handwerk als Bühne
Spektakulär wirkt der Live-Bau eines detailgetreuen „Enterprise“-Modells aus Titanzink durch den österreichischen Dachhandwerker Friedrich Reinbold. Was zunächst nach Show klingt, erfüllt einen Zweck:
Handwerk wird als präzise, kreative und technisch anspruchsvolle Tätigkeit inszeniert. Die Branche präsentiert sich nicht defensiv, sondern selbstbewusst. Gerade im Wettbewerb um junge Talente ist diese emotionale Ansprache ein wichtiger Faktor.
Solche Live-Projekte machen Techniken sichtbar – vom Zuschneiden und Umformen bis zu klassischen Fügetechniken. Gleichzeitig schaffen sie Gesprächsanlässe, die Nachwuchs und Öffentlichkeit oft eher erreichen als reine Produktpräsentationen.
Nationalteams live: Einblicke in Spitzenleistungen
In Halle 9 (Stand 9.312) können Messebesucher die Zimmerer-Nationalmannschaft bei der Vorbereitung auf die WorldSkills 2026 in Shanghai beobachten. Vom ersten bis zum letzten Messetag arbeitet das Team an einer anspruchsvollen Aufgabe, und die Teamleitung steht für Fragen zur Verfügung.
Parallel dazu zeigt die Dachdecker-Nationalmannschaft, wie komplexe Dachkonstruktionen, Steildacharbeiten und Metallarbeiten auf hohem Niveau entstehen. Das öffentliche Training ermöglicht einen seltenen Blick „über die Schulter“.
Hier zeigt sich die andere Seite der Branche:
- millimetergenaue Präzision
- handwerkliche Exzellenz
- Teamarbeit unter Zeitdruck
- moderne Holzbautechnik
Diese Live-Einblicke verdeutlichen, welches technische Niveau Dach- und Holzbau heute erreicht haben.
Virtuelle Höhenflüge und Racing-Area
Wie fühlt sich Arbeit auf dem Dach an? Mit VR-Brillen lassen sich virtuelle Rundgänge – unter anderem über die Dächer des Kölner Doms – erleben. Dazu kommen interaktive 360-Grad-Videos, die unterschiedliche Arbeitsfelder zeigen. Wer es sportlich mag, kann in der Racing-Area an Rennsimulatoren gegeneinander antreten.
Ausbildung und Karrierewege im Holzbau
Am Gemeinschaftsstand von Holzbau Deutschland (Halle 9, Stand 9.417) stellen mehrere Kompetenzzentren ihre Angebote vor – von Ausbildung und Weiterbildung bis hin zu Studien- und Spezialisierungswegen im Holzbau. Damit adressiert die Messe nicht nur den Erstkontakt, sondern auch Entwicklungsperspektiven in der Branche.
Community und Austausch: neue Formate
Unter dem Motto „Wir wollen jedem zeigen, wie geil das Handwerk ist“ hat der Kölner Dachdecker Florian Hemmersbach auf dem Freigelände eine neuartige Community-Area geschaffen. Dieser offene Treffpunkt dient als Plattform für Networking, Employer Branding und die Produktion von Live-Inhalten. Hier können sich Branchenprofis, Auszubildende und Interessierte ungezwungen begegnen.
Handwerk trifft Sport
Ein weiteres Novum ist die Aktionsfläche „Handwerk trifft Sport“ in Halle 8, Stand 8.531: Dachdeckermeister Niels Gehrke, zugleich passionierter Mountainbiker, präsentiert mit seinem Team täglich eine atemberaubende Show mit waghalsigen Sprüngen und technisch anspruchsvollen Tricks.
Innovation trifft Kreativität: Rund 450 Aussteller
Neben Erlebnisformaten bleibt der fachliche Kern erhalten: Rund 450 Aussteller präsentieren Neuheiten aus den Bereichen
- Werkzeugsysteme und Maschinentechnik
- nachhaltige Materialien
- Digitalisierung und Planung
- Photovoltaik und energetische Sanierung
- Holzbau und Vorfertigung
Besonders die vergrößerte „Start-up & Innovationen Area“ verspricht Impulse für neue Bauprozesse und digitale Lösungen. Hier wird deutlich, dass die Dachbaubranche nicht nur handwerklich, sondern auch technologisch im Wandel steht.
Einordnung: Signalwirkung für die Dachbaubranche
Die DACH+HOLZ 2026 verbindet Fachmesse, Nachwuchsansprache und Community-Formate. Das wirkt wie ein bewusstes Signal: Die Branche möchte moderner auftreten, sichtbarer werden und junge Menschen direkter erreichen. Ob Show-Elemente allein reichen, entscheidet am Ende nicht die Messe – aber sie schafft Anlässe, Gesprächsangebote und konkrete Berührungspunkte mit dem Beruf.
Fazit
Die DACH+HOLZ 2026 zeigt Handwerk nicht nur als Technik, sondern auch als Erlebnis, Gemeinschaft und Perspektive. Für Dachdecker, Zimmerer, Klempner und Holzbau-Profis lohnt sich der Blick nach Köln – wegen der fachlichen Inhalte, aber auch wegen der Frage, wie die Branche Nachwuchs und Zukunftsthemen künftig angeht.
Foto: mimotrails