IDEAL Electrical erweitert sein Sortiment um Hebelklemmen für Leiterquerschnitte bis 6 mm². Wir erklären, wie Hebelklemmen funktionieren, worauf es bei der Auswahl ankommt und wo die Unterschiede zu Schraubklemmen liegen.
Hebelklemmen ermöglichen lösbare Leiterverbindungen ohne Schrauben. Sie eignen sich daher besonders, wenn Elektrofachkräfte unterschiedliche Leiterarten schnell verbinden oder eine Verdrahtung später noch einmal ändern müssen. Doch welche Leiter eine Klemme aufnehmen darf, hängt immer von der jeweiligen Bauart und Herstellerfreigabe ab.

Die blauen Hebel lassen sich mit vergleichsweise geringem Kraftaufwand öffnen und schließen. Ein hörbares Klicken signalisiert, dass der Hebel vollständig geschlossen ist.
Wie funktioniert eine Hebelklemme?
Eine Hebelklemme arbeitet mit einer Feder, die den abisolierten Leiter gegen eine Stromschiene drückt. Durch das Öffnen des Hebels wird die Feder angehoben. Anschließend lässt sich der Leiter einführen. Wird der Hebel geschlossen, stellt die Feder die erforderliche Kontaktkraft her.
Im Unterschied zur Schraubklemme hängt die Klemmkraft damit nicht davon ab, wie stark ein Monteur eine Schraube anzieht. Federanschlüsse bieten eine definierte Kontaktkraft und gelten als widerstandsfähig gegen Vibrationen.
Wichtig bleibt jedoch: Leiterart, Leiterquerschnitt und Abisolierlänge müssen zur verwendeten Klemme passen.

Die neuen IDEAL-Hebelklemmen nehmen ein-, mehr- und feindrähtige Leiter von 0,5 bis 6,0 mm² auf. Sie sind für bis zu 41 A und 450 V ausgelegt.
IDEAL-Klemme für 6 mm²
Die neue IDEAL-Hebelklemme nimmt laut Hersteller ein-, mehr- und feindrähtige Kupferleiter mit Querschnitten von 0,5 bis 6,0 mm² auf. Sie ist für bis zu 41 A und 450 V ausgelegt und wird mit zwei, drei oder fünf Klemmstellen angeboten. Die zulässige Umgebungstemperatur gibt IDEAL mit bis zu 85 °C an.
Zur Ausstattung gehören:
- transparentes Gehäuse zur Sichtkontrolle
- Markierung der erforderlichen Abisolierlänge
- Prüföffnung für elektrische Messungen
- wieder lösbarer Hebelmechanismus
- hörbares Einrasten beim Schließen des Hebels
Der Klick zeigt an, dass der Hebel vollständig geschlossen wurde. Ob der Leiter richtig abisoliert und bis zum Anschlag eingeführt wurde, muss der Anwender dennoch kontrollieren.
Die neue Ausführung ergänzt die bereits erhältlichen IDEAL-Hebelklemmen für Leiterquerschnitte von 0,14 bis 4,0 mm².

Die neue IDEAL-Hebelklemmenfamilie ist in drei Ausführungen erhältlich: für zwei, drei oder fünf Leiter. Damit lässt sich die Anzahl der Klemmstellen passend zur jeweiligen Installation wählen.
Eindrähtig, mehrdrähtig oder feindrähtig?
Die Angabe des Leiterquerschnitts allein reicht zur Auswahl einer Hebelklemme nicht aus. Ebenso wichtig ist der Leiteraufbau.
- Eindrähtige Leiter besitzen einen massiven Kupferdraht. Sie kommen beispielsweise bei fest verlegten Installationsleitungen zum Einsatz.
- Mehrdrähtige Leiter bestehen aus mehreren vergleichsweise starken Einzeldrähten. Sie sind beweglicher als eindrähtige Leiter, aber steifer als feindrähtige Leitungen.
- Feindrähtige Leiter enthalten viele dünne Einzeldrähte. Sie werden vor allem dort eingesetzt, wo Leitungen flexibel bleiben müssen.
Nicht jede Verbindungsklemme ist für alle drei Varianten zugelassen. Besonders bei feindrähtigen Leitern müssen Installateure deshalb die Angaben auf der Klemme, der Verpackung oder im Datenblatt beachten. Die bisherige IDEAL-Hebelklemme nimmt beispielsweise ein- und mehrdrähtige Leiter von 0,2 bis 4,0 mm² sowie feindrähtige Leiter von 0,14 bis 4,0 mm² auf.

Die 5-fach-Hebelklemme eignet sich zum Zusammenführen mehrerer Leiter in einer gemeinsamen Verbindung. Über die Prüföffnung lässt sich die elektrische Verbindung kontrollieren, ohne die Klemme zu öffnen.
Hebelklemmen oder Schraubklemmen?
Hebelklemmen mit Federanschluss
Vorteile:
- schnelle Bedienung ohne Schraubendreher
- definierte Kontaktkraft durch die Feder
- einfaches Öffnen und erneutes Anschließen
- je nach Ausführung für verschiedene Leiterarten geeignet
- Sichtkontrolle bei transparentem Gehäuse möglich
Zu beachten:
- nur für die ausdrücklich freigegebenen Leiterarten und Querschnitte verwenden
- Hebel vollständig schließen und Leitereinführung kontrollieren
- Bemessungsstrom und Bemessungsspannung müssen zur Anwendung passen
Schraubklemmen
Vorteile:
- bewährte und weltweit verbreitete Anschlusstechnik
- hohe Kontaktkräfte möglich
- für zahlreiche Querschnitte und Anwendungen erhältlich
- hochwertige Konstruktionen können ebenfalls wartungsfrei und vibrationsbeständig sein
Zu beachten:
- Montage benötigt ein geeignetes Werkzeug
- bei vielen Bauarten muss das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment eingehalten werden
- die Verarbeitung dauert meist länger als bei einer Hebelklemme
Einordnung: Nicht die Klemmtechnik allein entscheidet über die Qualität der Verbindung. Maßgeblich sind die Zulassung der Klemme, die fachgerechte Verarbeitung und die Eignung für den jeweiligen Stromkreis.
Moderne Schraubklemmen sind daher nicht grundsätzlich wartungsintensiv oder weniger sicher. Je nach Konstruktion können auch sie dauerhaft stabile und vibrationsbeständige Verbindungen herstellen. Bei Schraubanschlüssen spielt jedoch häufig das richtige Anzugsdrehmoment eine wichtige Rolle.

Die transparente Bauform erleichtert die Sichtkontrolle: Installateure können erkennen, ob der Leiter weit genug eingeführt wurde und die Abisolierlänge passt.
Worauf kommt es bei der Auswahl von Hebelklemmen an?
Vor der Verarbeitung sollten Elektrofachkräfte die Angaben auf der Klemme, der Verpackung oder im Datenblatt prüfen.
Entscheidend sind insbesondere:
- zugelassene Leiterarten
- minimaler und maximaler Querschnitt
- Abisolierlänge
- Bemessungsstrom und Bemessungsspannung
- zulässige Umgebungstemperatur
- Anzahl der Klemmstellen
Beim Bemessungsstrom bedeutet ein Nennwert von 41 A nicht automatisch, dass jeder angeschlossene 6-mm²-Leiter mit 41 A belastet werden darf. Die zulässige Belastung hängt vielmehr von der gesamten Installation ab – unter anderem von Leitung, Verlegeart, Umgebungstemperatur und Absicherung.
Verbindungsklemmen gehören außerdem in geeignete Dosen, Gehäuse oder Verteilungen. Sie dürfen nicht ungeschützt oder unzugänglich in einer Wand verschwinden.
Fazit
Die IDEAL-Hebelklemme erweitert den verfügbaren Querschnittsbereich auf bis zu 6 mm². Der Hebelmechanismus erleichtert lösbare Verbindungen, während das transparente Gehäuse und die Prüföffnung die Kontrolle unterstützen. Entscheidend bleibt jedoch die fachgerechte Auswahl: Leiterart, Querschnitt und elektrische Kennwerte müssen zur jeweiligen Anwendung passen.
Bilder: Ideal Electrical
