Seit Anfang September 2025 ist der Husqvarna Automower 405XE NERA in der werkzeugforum-Redaktion im Einsatz. Ziel des Tests: Die Praxistauglichkeit des Mähroboters zu bewerten. Was leistet das Modell mit Satellitennavigation im Redaktionsgarten? Wie aufwendig ist die Einrichtung? Und wie schlägt sich das System bei schwierigen Randbedingungen wie Fallobst oder verschlungenen Rasenkanten? Unser Zwischenfazit nach drei Wochen Dauereinsatz liefert spannende Erkenntnisse – mit einigen überraschenden Details.
Mähroboter bis 900 m² Rasenfläche
Beim Husqvarna Automower 405XE NERA handelt es sich um einen leistungsstarken Mähroboter für Flächen bis 900 m² im Privatbereich. Er kann sowohl mit einem klassischen Begrenzungskabel als auch mit dem satellitengestützten EPOS-System betrieben werden – letzteres kommt in unserem Praxistest zum Einsatz.
Rasen vorher-nachher
Erfahrungsbericht
Bevor unser Husqvarna-Mähroboter seine erste Runde drehen durfte, war erst einmal Muskelkraft gefragt – und zwar richtig. Unser Rasen hatte in den letzten Monaten ziemlich gelitten. Grund dafür waren umfangreiche Terrassenbauarbeiten, die ihre Spuren hinterlassen hatten. Überall lagen Mörtelreste und kleine Steine. Der Boden war festgetrampelt und vom Minibagger verdichtet worden. Der Rasen glich eher einer Baustelle als einer Grünfläche.
Aus einer Mischung von Pflichtgefühl und Angst um die empfindlichen Messer des Mähroboters heraus haben wir schließlich zur Harke gegriffen und den Rasen manuell vertikutiert. Das war eine echte Knochenarbeit! Aber notwendig. Denn die filigranen Messer des Roboters, die eher Rasierklingen gleichen, sollten nicht zu stark beansprucht werden.
Damit nicht genug: Der Rasen war an vielen Stellen völlig kahl. Also haben wir großflächig nachgesät. Und siehe da: Der Grassamen ist hervorragend aufgegangen! Schon nach kurzer Zeit spross das junge Grün fröhlich vor sich hin. Wir glauben, dass dies nicht nur an unserem grünen Daumen liegt, sondern auch am schonenden Schnitt des Mähroboters. Außerdem fährt er selbstständig über die Fläche, ohne dass man – wie beim klassischen Mähen – ständig darüber laufen muss.
Bereits nach drei Wochen sah der Rasen besser aus als je zuvor. Anstelle von Staub und Steinen dominiert nun ein sattes Grün. Es ist so satt, dass sogar unser fast 90-jähriger Nachbar anerkennend über den Gartenzaun blickt und prompt sein Interesse am Mäher bekundet.
Und weil geteilte Freude doppelte Freude ist, steht schon das nächste Projekt an. Wir werden ein Brett aus dem Gartenzaun entfernen, damit der Roboter auch den Nachbargarten mähen kann. Doch hier wartet bereits die nächste Herausforderung, denn im Nachbarsgarten steht – wie bei Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland – ein Birnbaum. Dazu noch ein Zwetschgenbaum. Beides lecker, aber mit ordentlich Fallobst im Spätsommer.
Wie wird der Mähroboter reagieren, wenn plötzlich eine reife Birne auf dem Rasen liegt? Fährt er drum herum, macht er kurzen Prozess oder legt er eine Pause ein? Und was passiert mit den Messern, wenn sie auf Kernobst treffen? Unser Langzeittest wird es zeigen.
Doch bevor wir dicke Bretter bohren bzw. abschrauben, hier ein kurzes…
Zwischenfazit zum Automower 405XE NERA Test
Erste Fahrdaten: Beeindruckende Statistik
Nach zwei Monaten Testbetrieb, davon drei Wochen bei uns in der Redaktion, zeigt die App folgende statistische Daten:
- Gesamtfahrzeit: 45 h, davon 95,6 % Schneidezeit
- Zurückgelegte Strecke: 68 km(!)
- Ladezyklen: 25
- Ladezeit insgesamt: 21 h
- Mähvorgänge aktuell: 3 × pro Woche
Automower-App
Die Steuerung über die Automower-App funktioniert reibungslos. Mähzeiten lassen sich individuell definieren, Fehler werden sofort angezeigt. Besonders angenehm: Fehler wie Stromausfall oder Kippen des Geräts (z. B. bei Reinigung) lassen sich einfach zurücksetzen bzw. verschwinden automatisch nach Wiederherstellung der Verbindung.
Was gut läuft
- Extrem leises Mähgeräusch: der Mähroboter arbeitet quasi geräuschlos. Da freuen sich die Nachbarn
- Zuverlässige Navigation: die Grenzen der Mähfläche werden exakt eingehalten und der Roboter fand immer(!) zurück zur Ladestation
- EPOS-Technologie: dank der Referenzstation erspart man sich das mühsame Verlegen von Begrenzungskabeln
- Mähzonen per App konfigurierbar: das ist ideal für verwinkelte oder getrennte Arbeitsflächen – auch, um Nachbars Garten zu mähen
- Schonende Mähtechnik: Die rasiermesserscharfen Messer sorgen für glatte Schnittkanten. Auch zarter, frisch nachgesäter Rasen wird schonend geschnitten.
- Verbessertes Rasenbild: Nach nur drei Wochen präsentiert sich der Rasen dichter und frischer denn je. Das Schnittgut bleibt liegen. Es dient als Dünger.
Was uns stört
- Aufwändige Installation: Stromkabel müssen verlegt, die Ladestation montiert und die EPOS-Referenzstation mit freier Sicht zum Himmel angebracht werden. Das erfordert gute Planung und handwerkliches Geschick.
- Mähfläche per App einrichten braucht Geduld: Die digitale Einmessung ist zwar präzise, nimmt aber einige Zeit in Anspruch.
- App-Menü: Die Bedienung der App erfordert etwas Eingewöhnung. So findet sich etwa die Einstellung für die Schnitthöhe nicht im Menüpunkt „Mäher“, sondern unter „Karte/Arbeitsbereich“.
Installation des Automower 405XE NERA
EPOS-System
Das EPOS-System besteht aus dem Mähroboter, einer Ladestation und einer Referenzstation. Sowohl der Roboter als auch die Referenzstation empfangen Satellitensignale zur Positionsbestimmung. Die Referenzstation ist fest installiert und sendet Korrekturdaten an den Mähroboter, um dessen Position auf wenige Zentimeter genau zu bestimmen.
Die Montage der Ladestation und der EPOS-Antenne erfordert gute Planung, handwerkliches Geschick, viel Zeit, Geduld und – Strom. Denn beide Komponenten benötigen eine Stromversorgung via 230V-Steckdose.
Ladestation
Die Installation des Husqvarna Automower 405XE NERA beginnt mit dem Aufbau der Ladestation. Diese sollte auf einer ebenen Fläche montiert werden, idealerweise in einem offenen Bereich mit guter Satellitenabdeckung. Zunächst wird die Bodenplatte der Station mit dem Boden verschraubt. Wichtig dabei: Die Platte darf sich nicht verziehen – Unebenheiten sollten vorab ausgeglichen werden.
Stromanschluss
Im Anschluss wird das Niederspannungskabel verlegt und mit dem Netzteil verbunden. Dieses muss vor Sonne und Regen geschützt sowie ausreichend belüftet montiert werden – am besten an einer Wand mit Dachüberstand. Das Netzteil wiederum wird an eine FI-geschützte 230V-Steckdose angeschlossen.
Andockpunkt
Vor der Ladestation wird der sogenannte Andockpunkt festgelegt. Dieser virtuelle Punkt dient dem Mähroboter als Orientierung beim Anfahren der Ladestation. Um präzises Einparken und eine stabile Satellitenverbindung zu gewährleisten, sollte der Bereich zwischen Andockpunkt und Ladestation möglichst frei sein. Die Rückfahrstrecke lässt sich später in der App anpassen.
Rasenfläche definieren
Die Konfiguration der Mähfläche erfolgt per Smartphone-App: Mithilfe der Funktion appDrive wird der Roboter manuell durch den Garten gesteuert und dabei eine virtuelle Karte erstellt. Arbeitsbereiche, Sperrzonen und Transportwege werden als Wegpunkte definiert, die sich nachträglich bearbeiten oder löschen lassen. Besonders hilfreich ist das bei komplexen Flächen mit Bäumen, Blumenbeeten oder verwinkelten Rasenteilen. Insgesamt erfordert dies Geduld und Fingerspitzengefühl.
Weitere Details zur Installation liefert die offizielle Bedienungsanleitung.
Bedienungsanleitung Husqvarna Automower 405XE NERA
EPOS-Referenzstation installieren
Die EPOS-Referenzstation muss mit freier Sicht zum Himmel fest installiert werden. Wichtig: Ob diese Voraussetzungen gegeben sind, sollte man unbedingt prüfen, bevor man sich für das kabellose EPOS-System entscheidet. Das gilt übrigens nicht nur für den Husqvarna-Mähroboter sondern für alle Modelle ohne Begrenzungskabel, die mit einer Referenzstation ausgestattet sind.
Die Installation der EPOS-Referenzstation wird in einer eigenen Bedienungsanleitung detailliert beschrieben.
Bedienungsanleitung Husqvarna EPOS-Referenzstation RS1
Praxis-Tipp
Für die EPOS-Einrichtung braucht es Geduld – und eine realistische Einschätzung: Kabelloses Mähen bedeutet nicht „Plug & Play“. Doch wer das System korrekt aufsetzt, wird mit großer Flexibilität belohnt. Und schließlich fällt der Aufwand für die Einrichtung nur einmalig an.
Automower Connect App
Die Bedienung des Mähroboters erfolgt über die Automower Connect App auf dem Smartphone. Darüber wird auch der zu mähende Bereich virtuell definiert: Durch das Setzen und Verbinden mehrerer Wegpunkte entsteht eine digitale Begrenzung. Es lassen sich mehrere Arbeitsbereiche festlegen – auch getrennte Rasenflächen können so nacheinander gemäht werden.
Resümee & Ausblick
In unserem Test hat sich der Husqvarna Automower 405XE NERA mit EPOS-System bislang als sehr leistungsfähig und technisch ausgereift gezeigt. Mit den kleinen Einschränkungen bei der Installation und der Bedienung via App können wir gut leben. Selbstkritisch müssen wir anmerken, dass ein rechtzeitiger Blick in die Bedienungsanleitung uns manchmal Frust erspart hätte.
Das Gerät arbeitet leise, effizient und vor allem: selbstständig. Der Rasen sieht deutlich besser aus als zuvor – sogar unser Nachbar wurde neugierig. Der nächste Test ist also schon geplant: Der Mähroboter soll bald auch in dessen Garten fahren – Fallobst inklusive. Wie er damit zurechtkommt? Wir berichten weiter!
Der Husqvarna Automower 405XE NERA ist ein Mähroboter für Rasenflächen bis 600 m2. Dank der EdgeCut-Funktion minimiert sich das händische Trimmen der Rasenkanten – das spart Zeit und Mühe. Mit einer EPOS-Referenzstation funktioniert der Mäher auch ohne Begrenzungskabel, über Satellit.
Technische Daten: Husqvarna Automower 405XE NERA mit EPOS |
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|---|---|
| Artikelnummer | 970 77 41‑56 |
| Kapazität | |
| Flächenkapazität (max.) | 900 m² |
| Flächenkapazität (unregelmäßig) | 600 m² |
| Flächenkapazität (systematisch) | 900 m² |
| Kabelart | Virtuelles Kabel, Physisches Kabel |
| Max. Steigung am Begrenzungskabel | 20 % |
| Max. Steigung innerhalb der Fläche | 30 % |
| Max. Laufzeit | 15 h |
| Leitkabel | Virtueller Transportweg |
| Ladesystem | Automatisch |
| Abmessungen & Gewicht | |
| Gewicht | 12,5 kg |
| Länge × Breite × Höhe | 68 × 44 × 28 cm |
| Gerätedaten | |
| Farbe | Grau |
| Lautstärke (wahrgenommen) | 60 dB(A) |
| Schutzklasse | IPX5 |
| Akku-Typ | Li-Ion |
| Akku-Kapazität | 5 Ah |
| Ladestrom | 2,2 A |
| Mähdauer je Ladezyklus | 100 min |
| Ladezeit (typisch) | 90 min |
| Ø Energieverbrauch pro Monat | 11 kWh |
| Schneidsystem | |
| Schneidwerk | 2 Scheiben mit je 3 rotierenden Klingen |
| Arbeitsbreite | 22 cm |
| Schnitthöhe | 20–55 mm (elektrisch einstellbar) |
| Gleitteller | Ja |
| Zwei Schneidrichtungen | Ja |
| Steuerung & Konnektivität | |
| Benutzeroberfläche | Jogwheel, LED-Statusanzeige, App |
| Display | 2,8\“ TFT Farbdisplay (QVGA) |
| Konnektivität | Bluetooth®, Mobilfunk, WLAN |
| App-Steuerung | Automower® Connect |
| Smart-Home-Integration | Ja |
| Software-Updates | FOTA (Firmware Over The Air) |
| Sicherheit | |
| GPS-Diebstahlschutz | Ja |
| GeoFence | Ja |
| PIN-Code | Ja |
| Alarmfunktion | Ja |
| Hebesensor | Ja |
| Neigungssensor | Ja |
| Objekterkennung | Radarsensor |
































1 Kommentar
Danke für den Bericht.
Das Gerät hat ja eine Hindernisserkennung von dem kein Wort verloren wird….
einfahren ist etwas Übung notwendig und wird mit einem Tutorial gut unterstützt. Man kann die gesetzten Punkte auch anschließen verschieben zur Optimierung.
Vg