Home Akku-WerkzeugeAkku-Kettensäge „Komplett unabhängig“ – Milwaukee Akku-Kettensäge im Test

„Komplett unabhängig“ – Milwaukee Akku-Kettensäge im Test

Wie schlägt sich die Milwaukee Akku-Kettensäge M18 F2CHS50 beim Fällen einer 20 Meter hohen Fichte?

Baumpfleger fällt Baum mit Milwaukee Akku-Kettensäge im Praxiseinsatz

Akku-Kettensägen sind längst nicht mehr nur Werkzeuge für Hobbygärtner. Immer mehr Hersteller versprechen Leistung auf Profi-Niveau – vergleichbar mit klassischen Benzin-Kettensägen. Für die Milwaukee Akku-Kettensäge M18 F2CHS50 schlug im Praxistest die Stunde der Wahrheit. Kann sie die hohen Erwartungen erfüllen?

Um das herauszufinden, haben wir Baumpfleger Konstantin Schneider aus Falkenhagen gebeten, die Akku-Kettensäge Milwaukee M18 F2CHS50 in der Praxis zu testen. Die Säge wurde uns zu diesem Zweck von Milwaukee zur Verfügung gestellt.

Baumpfleger Konstantin Schneider Porträt

Konstantin Schneider hat die Milwaukee Akku-Kettensäge im Praxiseinsatz getestet.

Erster Eindruck

Das Erste, was auffällt, ist das Gewicht der Säge. Sie wirkt zunächst schwer – ein Eindruck, den die Waage bestätigt.

„Mit rund neun Kilogramm inklusive der beiden Akkus ist die Akku-Säge zwei bis drei Kilogramm schwerer als meine vergleichbaren Benzin-Kettensägen“, stellt Konstantin fest. „Doch sie liegt gut in der Hand und ist sauber ausbalanciert. Dadurch lässt sie sich am Boden und im Steiger kontrolliert und sicher führen.“

Kombiwerkzeug wird in Kettensäge verstaut

Praktisch: Das Kombiwerkzeug ist direkt an der Maschine untergebracht.

Montage von Sägeschwert und Kette

Ein Kombi-Werkzeug für die Montage des Sägeschwerts und für das Spannen der Kette ist an der Unterseite der Säge integriert. „Gerade bei längeren Arbeiten im Wald ist das ein sehr durchdachtes Detail. Das Werkzeug ist immer griffbereit und du kannst damit jederzeit die Kette nachspannen.“

Milwaukee Akku-Kettensäge mit eingesetzten zwei 18V Akkus

Die Säge arbeitet mit zwei parallel eingesetzten 18V Akkus für maximale Leistung.

Akkus und Laufzeit im Praxiseinsatz

Die Milwaukee M18 F2CHS50 arbeitet mit zwei parallel eingesetzten 18V-Akkus (M18 FB8). Im Test zeigte sich ein praxisnahes Bild aus Leistung und Laufzeit:

Ladezeiten

  • Bei Restladung ist die Maschine schnell wieder einsatzbereit.
  • Vollständig leer: ca. 45–60 Minuten mit M18 DFC.

Laufzeiten

Dauerbetrieb (ohne Pausen)

  • High Power Mode: ca. 10–15 Minuten bei dickem Stammholz
  • Eco Mode: ca. 20–25 Minuten, ideal für leichtere Arbeiten

Praxisbetrieb (mit Pausen)

  • Einsatzzeiten von bis zu rund einer Stunde sind realistisch.

Der Wechsel zwischen High Power Mode und Eco Mode erweist sich als klarer Vorteil. „Ich kann die Leistung jederzeit anpassen“, sagt Konstantin. Während der High Power Mode maximale Leistung für anspruchsvolle Schnitte liefert, ermöglicht der Eco Mode deutlich längere Laufzeiten bei immer noch ausreichender Leistung.

Kettensäge schneidet Baumstamm in mehreren Metern Höhe

Beim Ablängen in der Höhe zeigt sich die Kontrolle und Präzision der Säge. Gearbeitet wurde vom Steiger aus.

Test: Baumfällung mit der Akku-Kettensäge

Für unseren Praxistest setzte Konstantin die Säge bei einer Baumfällung ein. „Ich habe damit eine 20 Meter hohe und 60 Zentimeter dicke Fichte gefällt“, berichtet er. Das Entasten habe er zuvor mit einer kleinen, handlichen Kettensäge erledigt. „Das ist gängige Praxis, denn beim Klettern und in engen Baumwipfeln muss die Säge möglichst klein und leicht sein.“ Er schmunzelt. „Neun Kilogramm sind da eindeutig zu viel.“

Zum eigentlichen Abtragen des Baumstammes hat der 32-jährige Baumpfleger einen Steiger benutzt. „Nach dem Entasten habe ich den Stamm mit der Akku-Säge Meter für Meter nach unten gekürzt, bis er vollständig zerteilt am Boden lag“, berichtet er.

Für die rund 20 Schnitte hat er ausschließlich die Akku-Kettensäge verwendet. „Dafür ist sie hervorragend geeignet. Im High-Power-Mode ging die Säge durch den 60 Zentimeter dicken Stamm wie durch Butter.“

Frisch gesägte Schnittfläche eines Baumstamms

Die glatte Schnittfläche zeigt die Präzision der Kettensäge im Einsatz.

Dank Powerstation unabhängig von Stromnetz

Für die komplette Baumfällung hat die Ladung der beiden 8Ah-Akkus ausgereicht. Konstantin liefert dafür eine Erklärung. „Anders als Benzinsägen, die quasi permanent laufen, verbraucht die Akku-Säge nur dann Energie, wenn sie tatsächlich in Betrieb ist, also nur beim Sägen selbst.“ Das wirke sich nicht nur positiv auf Lärm und Abgase aus, sondern auch auf den Energieverbrauch.

Da keine Steckdose verfügbar war, hat er die beiden Akkus im Transporter mit einer Powerstation aufgeladen. Nach dem Laden hatte diese noch 70 Prozent Restkapazität. „In der Praxis kann ich die Akku-Säge mit der Jackery dreimal komplett aufladen“, rechnet Konstantin vor. „Mit einem zweiten Akku-Doppelpack wäre ich komplett unabhängig.“

Akkus mit Schnellladegerät beim Laden an der Powerstation

Wenn kein Netzanschluss in der Nähe ist, lassen sich die M18-Akkus auch mit einer Powerstation laden. Damit ist man maximal unabhängig.

 

Baumpfleger Konstantin Schneider Porträt

Konstantin Schneider hat die Milwaukee Akku-Kettensäge im Praxiseinsatz getestet.

Interview Konstantin Schneider, Baumpfleger

Der 32-jährige Baumpfleger Konstantin Schneider absolvierte seine Ausbildung zum Arborist in Australien und Neuseeland. Seit über zehn Jahren arbeitet er als Baumpfleger und Baumfäller. In Falkenhagen (Mark) betreibt er einen Garten- und Landschaftsbaubetrieb, der auf die Pflege und Fällung von Bäumen spezialisiert ist.

Werkzeugforum: Konstantin, du arbeitest seit vielen Jahren mit Benzin-Kettensägen. Wie fühlte sich der Umstieg auf eine große Akku-Kettensäge an?

Konstantin: Der Umstieg ist mir wirklich leichtgefallen und macht richtig Spaß. Die Leistung der Milwaukee ist mit der einer modernen 60- bis 70-Kubikzentimeter-Benzinsäge vergleichbar. Durch den 60 Zentimeter dicken Fichtenstamm ging die Säge wie Butter. Das war schon sehr beeindruckend und hätte ich so nicht erwartet.

Was mich auch begeistert hat ist die schnelle Reaktion und das sofort verfügbare, enorme Drehmoment. Das ist wie beim E-Auto. Der Elektromotor spricht nahezu verzögerungsfrei an, sobald man den Gashebel betätigt.

Mich begeistert das sofort verfügbare, enorme DrehmomentKonstantin Schneider, Baumpfleger

Auch unter Last bleibt die Leistung konstant. Das ist mir beim Sägen von dickem Stammholz positiv aufgefallen. Selbst wenn das Schwert vollständig im Holz steckt, arbeitet sich die Säge weiterhin durch das Material.

Werkzeugforum: Wie lange halten die Akkus?

Konstantin: Da muss man unterscheiden. Im Praxistest haben die beiden Akkus für die Fällung der etwa 20 Meter hohen und 60 Zentimeter dicken Fichte ausgereicht. Ich habe den Stamm in etwa ein Meter lange Stücke geschnitten – das waren also rund 20 Schnitte mit einer Akkuladung. Aber beim Bäume fällen läuft die Säge auch nicht permanent.

Die Akkus haben für die Fällung der 20 Meter hohen Fichte ausgereicht.

Anders ist das beim Brennholz schneiden. Dann läuft die Säge im Dauerbetrieb unter Last. Im High-Power-Mode reichen die beiden 8,0 Ah Akkus dann für ca. 10 bis 15 Minuten, im Eco Mode ungefähr 20 bis 25 Minuten.

Werkzeugforum: Wirkt sich solch ein Dauerbetrieb negativ auf die Akkus oder die Säge aus?

Konstantin: Überhaupt nicht. Sowohl die Akkus als auch die Säge selbst haben im Test keine Anzeichen von Überhitzung gezeigt. Die Akkus wurden zwar warm, aber nicht kritisch. Auch die Säge lief durchgehend stabil, ohne dass ein Überlastschutz eingegriffen hätte.

Ein großer Vorteil ist übrigens, dass die Leistung kaum nachlässt, wenn der Akku sich leert. Die Säge stoppt wirklich erst, wenn die Akkus komplett leer sind.

Werkzeugforum: Würdest du mit einer Akku-Kettensäge auch im Wald arbeiten?

Konstantin: (lacht) Na klar, das habe ich ja getan. Grundsätzlich funktioniert das gut, vor allem wenn man, wie ich, eine Powerstation dabei hat, um zwischendurch zu laden. Für ein paar Baumfällungen oder das Zerteilen von Stammholz ist die Akku-Säge wirklich gut geeignet. Wenn ich allerdings den ganzen Tag Holz aufarbeite, beispielsweise um Brennholz zu machen, greife ich immer noch zur Benzinsäge. Die kann ich einfacher nachtanken.

Werkzeugforum: Was ist dir noch positiv aufgefallen?

Konstantin: Beim Transport zeigt sich ein großer Unterschied. Ich nutze meine Benzinsägen intensiv. Nach dem Einsatz sind diese immer ölig und verschmutzt. Der Motor ist heiß. Und dann ist da noch der typische Öl- und Benzingeruch, der sich schnell in Kleidung und im Auto festsetzt.

Bei der Akku-Kettensäge ist das alles kein Thema. Auch Benzinkanister sind nicht nötig. Dadurch ist der Transport im Fahrzeug sicherer und viel angenehmer.

Der Transport ist sicherer und angenehmer.

Ein riesengroßer Vorteil ist auch die geringere Lautstärke. Das Arbeiten mit der Akku-Kettensäge ist für den Anwender wesentlich angenehmer. Und nicht nur für den. Vor allem in Wohngegenden ist die elektrische Säge von Vorteil.

Werkzeugforum: Konstantin, nachdem du die Akku-Kettensäge M18 F2CHS50 von Milwaukee ausgiebig testen konntest, wie lautet dein abschließendes Fazit?

Konstantin: Ich habe schon einige Akku-Kettensägen ausprobiert. Aber die Säge von Milwaukee spielt in einer anderen Liga. Sie überzeugte mich mit ihrer hohen Schnittleistung, ihrer direkten Leistungsabgabe und ihrem ruhigen, vibrationsarmen Lauf.

Der grundsätzliche Vorteil von Akku-Sägen zeigt sich schon beim Starten: Akku einsetzen, Sicherheitshebel drücken – und die Säge läuft. Das lästige Ziehen am Seilzug, das einen vor allem bei „abgesoffenen“ Benzinmotoren zur Weißglut bringt, entfällt komplett. Luftfilter und Zündkerzen reinigen? Fehlanzeige!

Auch die Umweltaspekte – wenig Lärm, keine Abgase, kein Benzingeruch – sprechen für eine Akku-Kettensäge. Benzinsägen laufen meist permanent durch. Die Akku-Säge hingegen zieht nur Strom, wenn sie wirklich sägt. Effizienter geht es nicht.

Nachteilig bei der Milwaukee-Säge empfinde ich das hohe Gewicht. Neun Kilogramm schränken die Flexibilität und Bewegungsfreiheit ziemlich ein. Das wird durch das gute Handling jedoch teilweise ausgeglichen.

Die kurze Akkulaufzeit im Dauerbetrieb erscheint auf den ersten Blick ebenfalls als Nachteil. Allerdings kann man mit Zusatzakkus und Powerstation erfolgreich gegensteuern.

Werkzeugforum: Konstantin, wir danken dir für den ausführlichen Test und das Gespräch.

Milwaukee Akku-Kettensäge auf Holzstamm abgelegt

Die komplette Maschine im Überblick – robust gebaut und klar auf den Profi-Einsatz ausgelegt.

Akku- oder Benzin-Kettensäge – die Unterschiede im Überblick

Kriterium Akku-Kettensäge
z. B. Milwaukee M18 F2CHS50
Benzin-Kettensäge
z.B. Stihl MS 462 C-M
Start Sofort startbereit per Knopfdruck Seilzugstarter erforderlich
Lautstärke/Schallleistungspegel*) 98,7 dB(A) 118,0 dB(A)
Leistung 4,3 kW / 5,8 PS 4,4 kW / 6,0 PS
Drehmoment 9,5 Nm 3,7 Nm
Gewicht ca. 9,0 kg mit Akkus ca. 8,0 kg vollgetankt
Laufzeit Begrenzt durch Akkukapazität Durch Nachtanken nahezu unbegrenzt
Wartung gering (kein Motorservice) hoch (Filter, Zündkerze, Vergaser)
Abgase Keine Vorhanden
Transport Sauber, kein Benzingeruch Öl- und Benzingeruch
Einsatzbereich Ideal für Wohngebiete Optimal für Dauerbetrieb im Wald

*) Eine Steigerung um 10 dB(A) bedeutet eine Verdopplung der Lautstärke. Das heißt, die Benzin-Kettensäge wird viermal so laut wahrgenommen wie die Akku-Kettensäge.

Detailaufnahme von Schwert und Kette einer Milwaukee Akku-Kettensäge

Ein Blick auf die entscheidenden Komponenten für saubere Schnitte und sicheren Halt im Holz.

Lieferumfang Milwaukee Akku-Kettensäge M18 F2CHS50

Die Milwaukee Akku-Kettensäge M18 F2CHS50 wird mit 76 ml Öl, einer Sägekette und einem Schwertschutz geliefert und ist damit sofort einsatzbereit.

Das Set mit der Bezeichnung M18 F2CHS50-802 umfasst:

  • Akku-Kettensäge M18 F2CHS50 mit Schwertschutz
  •  2 × M18 FB8 Akkus
  • Schnellladegerät M18 DFC

Milwaukee Akku-Kettensäge Daten & Fakten

Alle technischen Daten und Ausstattungsmerkmale der Milwaukee Akku-Kettensäge findest du in unserer Produktvorstellung der  Milwaukee Akku-Kettensäge M18 F2CHS50

Fotos: Virginia Kiesler, Konstantin Schneider

1 Kommentar

Milwaukee Akku-Kettensäge für Profis - 18. März 2026 - 9:18

[…] Im März 2026 haben wir die Milwaukee Akku-Kettensäge M18 F2CHS50 einem Praxistest unterzogen. Spannende Erkenntnissen zu Handhabung, Laufzeit und Leistung findest du in unserem Milwaukee Akku-Kettensäge Test. […]

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