Würmer fressen Styropor

Mahlzeit: Würmer fressen Styropor

Polystyrol biologisch abbauen

Brandon, Wu und ihre Kollegen untersuchten in der Studie Polystyrol, auch bekannt unter der Markenbezeichnung „Styropor“. Es handelt sich dabei um einen gängigen Kunststoff, der bei Verpackungen und Dämmungen weit verbreitet ist. Früher wurde bei der Herstellung das Flammschutzmittel Hexabromocyclododecan (HBCD) zugesetzt. Das Additiv ist eines von vielen, welche die Eigenschaften von Kunststoffen verbessern sollten. Im Falle von HBCD sollte es die Entflammbarkeit verringern. Allein im Jahr 2015 wurden verschiedenen Studien zufolge fast 25 Millionen Tonnen dieser Chemikalien Kunststoffen zugesetzt. Einige, darunter HBCD, sind extrem gesundheits- und umweltschädlich. Für den Einsatz als Flammschutzmittel gilt für HDBC daher ein weltweites Herstellungs- und Anwendungsverbot.

Im Rahmen ihrer Forschung nahmen die Forscher der Stanford-University auch Kontakt zu Josef Schneider von der redaktion24 in Stuttgart auf. Der hatte bereits 2016 in einem praktischen Versuch nachgewiesen, dass Mehlwürmer Polystyrol abbauen. Über den Zeitraum von vier Wochen hatte der Baufachjournalist damals den Versuchsverlauf fotografisch und filmisch dokumentiert. „Schon kurz nach der Veröffentlichung unseres Videos im September 2016 nahm Rob Jordan von der Universität in Stanford Kontakt zu uns auf“, erinnert er sich. „Besonders interessant schien Rob die Tatsache zu sein, dass es sich bei unserem Styropor um älteres Material handelte, welches noch das Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) enthielt.“

Das Foto- und Filmmaterial habe er den Forschern der Stanford-Universität gerne zur Verfügung gestellt, erzählt Schneider lächelnd. „Ich weiß nicht mehr, wie viel Gigabyte Daten ich Rob damals geschickt habe.“ Die Forschung an dieser besonderen Art der Abfallentsorgung sieht er positiv. „Gerade im Bereich der Fassadendämmung mit Polystyrol herrscht seit Jahren ein Glaubenskrieg. Die scheinbar problematische Abfallverwertung spielt dabei eine große Rolle. Forschungsergebnisse wie die vorliegenden können helfen, die Diskussion wieder zu versachlichen.“

Mahlzeit: Vier Wochen lang haben die Baufachjournalisten der redaktion24 aus Stuttgart das große Styroporfressen der Mehlwürmer beobachtet und in einem Zeitraffer-Video dokumentiert.

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