Am 16. April 2026 hat der Technologiekonzern in Renningen seine Bilanz für das Jahr 2025 präsentiert. Erstmals seit der Finanzkrise steht unter dem Strich ein Verlust. Gleichzeitig treibt Bosch Themen wie KI und neue Technologien voran. Doch was bedeutet das konkret für Elektrowerkzeuge und die Powertools-Sparte?
- Umsatz: 91,0 Milliarden Euro (2024: 90,5 Mrd. Euro)
- EBIT-Rendite: 2,0 Prozent (2024: 3,5 Prozent)
- Ergebnis nach Steuern: 363 Millionen Euro Verlust (2024: 1,3 Mrd. Euro Gewinn)
- Umsatz im Bereich Consumer Goods (inklusive Powertools): 19,9 Milliarden Euro
- Wachstum im Bereich Consumer Goods: -1,9 % nominal / +4,1 % bereinigt

Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, präsentierte durchwachsene Zahlen für das Geschäftsjahr 2025.

Bosch Bilanz 2025: Kennzahlen des Geschäftsjahres
Bosch rutscht in die roten Zahlen
Zwar hat Bosch das Geschäftsjahr 2025 mit einem leichten Umsatzplus abgeschlossen, gleichzeitig hat das Unternehmen jedoch deutlich an Profitabilität verloren. Der Umsatz lag bei 91,0 Milliarden Euro, während die operative EBIT-Rendite auf 2,0 Prozent fiel. Unterm Strich schrieb der Technologiekonzern einen Verlust von 363 Millionen Euro nach Steuern. Im Vorjahr 2024 war das Ergebnis mit einem Gewinn von 1,3 Milliarden Euro noch deutlich besser. Damit rutscht Bosch erstmals seit der Finanzkrise wieder in die Verlustzone. Dieser Einbruch kommt allerdings nicht überraschend, sondern ist stark durch interne Maßnahmen geprägt.

Umsatz von Bosch in den verschiedenen Unternehmensbereichen
Umstrukturierung belastet das Ergebnis
Ein wesentlicher Grund für das negative Ergebnis sind umfangreiche Strukturmaßnahmen. Bosch hat im vergangenen Jahr Kosten gesenkt und Prozesse angepasst, um auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Maßnahmen schlagen mit rund 2,7 Milliarden Euro als Rückstellungen zu Buche und belasten das Ergebnis deutlich. Die schwierige Situation hält nach wie vor an. Bosch-Chef Stefan Hartung macht mit Blick auf die gegenwärtige Situation den Ernst der Lage deutlich: „Für eine Entwarnung ist es zu früh. Die Herausforderungen sind nach wie vor vorhanden und noch immer erheblich.“ Gleichzeitig betont er das große Potenzial des Unternehmens und wagt einen optimistischen Blick nach vorne: „Bosch kann Zukunft – auch unter ungünstigen Bedingungen.“

Sensorik ist ein wichtiges Zukunftsfeld bei Bosch
Kosten senken, Innovation vorantreiben
Bosch reagiert mit einer klaren Doppelstrategie: Einerseits werden die Kosten gesenkt, andererseits wird gezielt in Zukunftstechnologien investiert. Der Fokus liegt auf Differenzierung und technologischer Stärke. Hartung formuliert es wie folgt: „Im internationalen Wettbewerb geht es nicht nur um Kosten, sondern vor allem auch um Differenzierung.“ Bosch gestaltet engagiert die Trends Automatisierung, Digitalisierung, Elektrifizierung und künstliche Intelligenz mit.
Für das Jahr 2026 erwartet Bosch eine moderate Erholung mit wachsendem Umsatz und verbesserter Rendite.

Mitarbeitende bei Bosch weltweit
Powertools: KI wird konkret
Für Handwerker besonders relevant ist der Blick auf die Powertools-Sparte. Diese gehört zum Bereich Consumer Goods, der 2025 unter einer schwachen Baukonjunktur in wichtigen Märkten wie den USA und China gelitten hat. Der Umsatz lag hier bei 19,9 Milliarden Euro. Nominal ergibt sich ein leichter Rückgang, währungsbereinigt jedoch ein Wachstum – ein Hinweis auf ein stabiles operatives Geschäft.
Konkrete Aussagen zur strategischen Rolle der Elektrowerkzeuge blieben in der Pressekonferenz zwar knapp, doch die Richtung scheint klar zu sein: Technologie und Innovation rücken stärker in den Mittelpunkt. So sorgt der Einsatz von KI im Geschäftsbereich Power Tools bereits für zahlreiche Produktinnovationen. Seit Jahresbeginn sind die ersten 30 Geräte der Produktlinie Expert auf dem Markt erhältlich. Dazu gehört auch ein neuer Wandscanner, der Objekte in verschiedenen Wandtypen lokalisiert und dabei erstmals Bosch-Radartechnologie in Kombination mit KI-Objektdetektion nutzt.

Katja von Raven, Mitglied der Geschäftsführung von Bosch, präsentiert den neuen Mähroboter.
Was bedeutet das für die Praxis?
- KI und Sensorik werden fester Bestandteil von Werkzeugen
- Fokus liegt stärker auf Präzision und Zusatznutzen
- Weniger Preiskampf, mehr technische Differenzierung
- Entwicklung geht Richtung intelligente Systeme
Fazit
Bosch steht wirtschaftlich unter Druck, richtet sich aber konsequent neu aus. Für die Powertools-Sparte bedeutet das einen größeren Fokus auf Innovation. KI, Sensorik und intelligente Funktionen halten zunehmend Einzug in Elektrowerkzeuge. Erste Anwendungen sind bereits am Markt, wie wir bei den Bosch Experience Days in Leinfelden erleben durften. Wir werden berichten.

Mitarbeitende bei Bosch weltweit
Quelle: Bosch