Home BrancheGebäudetechnik TÜV-Report 2025: Sicherheitsanlagen mit hohen Mängelquoten

TÜV-Report 2025: Sicherheitsanlagen mit hohen Mängelquoten

Notstrom-, Brandmelde- und Lüftungsanlagen häufig betroffen – Fachbetriebe gefordert

TÜV Baurechtsreport 2025

Der neue TÜV-Baurechtsreport 2025 zeigt deutliche Schwächen bei der technischen Gebäudeausrüstung. Besonders alarmierend: Nur rund 25 % der geprüften Notstromanlagen waren im Jahr 2024 ohne Mängel. Damit verschlechterte sich der Wert gegenüber dem Vorjahr erheblich. Fast ein Drittel der Anlagen wies sogar wesentliche Mängel auf – mit potenziell gravierenden Folgen für die Sicherheit.

Brandmelde- und Lüftungsanlagen ebenfalls anfällig

Auch Brandmeldeanlagen schneiden schlecht ab. Mehr als jede fünfte wies bei den Prüfungen erhebliche Mängel auf, weitere 50 % hatten kleinere Defekte. Bei Lüftungsanlagen lag der Anteil wesentlicher Mängel sogar bei fast 35 %. Dagegen zeigten CO-Warnanlagen bessere Ergebnisse – hier war mehr als die Hälfte mängelfrei.

Ursachen: Fachkräftemangel und Technologiewandel

Der Report benennt mehrere Gründe für die hohe Mängelquote:

  • fehlende verbindliche Qualifikationsanforderungen für Fachkräfte,
  • Auswirkungen des Fachkräftemangels und Generationenwechsels,
  • technologische Umstellung von Dieselaggregaten auf batteriegestützte Systeme,
  • lückenhafte Dokumentation und unzureichende Abstimmung zwischen den Gewerken.

Gerade moderne Anlagen sind komplex und stark mit anderer Gebäudetechnik vernetzt. Das erhöht die Anforderungen an Planung, Ausführung und Wartung.

Konsequenzen für Handwerksbetriebe

Für Fachbetriebe im Elektro-, SHK- und Brandschutzbereich bedeutet der Report:

  • Wartung und Dokumentation konsequent durchführen,
  • Fachwissen zu neuen Technologien aufbauen,
  • enge Abstimmung mit anderen Gewerken sicherstellen.

Nur wenn Betreiber und Handwerker Verantwortung übernehmen, können sicherheitsrelevante Systeme im Ernstfall zuverlässig arbeiten.

TÜV-Report: Zahlen im Überblick (2024)

  • Notstromanlagen: nur 25,1 % mängelfrei
  • Brandmeldeanlagen: 20,5 % wesentliche Mängel
  • Lüftungsanlagen: 34,8 % wesentliche Mängel (Spitzenwert)
  • CO-Warnanlagen: 57,7 % mängelfrei
  • Gesamt: knapp 70.500 Anlagen geprüft, davon 71 % mit Mängeln

Was Betriebe und Eigentümer tun können

  • Damit sicherheitsrelevante Anlagen im Ernstfall funktionieren, empfehlen Experten folgende Maßnahmen:
  • Regelmäßige Wartung fest einplanen: Wartungsintervalle nicht nur einhalten, sondern auch dokumentieren.
  • Verantwortlichkeiten klären: Wer ist für Betrieb und Instandhaltung zuständig? Klare Zuständigkeiten verhindern Versäumnisse.
  • Fachgerechte Schulung: Mitarbeiter und Dienstleister sollten gezielt auf moderne, vernetzte Systeme geschult werden.
  • Dokumentation lückenlos führen: Nachrüstungen, Umbauten und Prüfprotokolle müssen nachvollziehbar hinterlegt sein.
  • Anlagen unter Realbedingungen testen: Besonders Notstromanlagen sollten regelmäßig unter Last geprüft werden.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern: Elektro, Brandschutz und TGA-Gewerke sollten frühzeitig eingebunden werden, um Schnittstellenprobleme zu vermeiden.
  • Cybersicherheit mitdenken: Vernetzte Systeme müssen gegen Angriffe geschützt werden, z. B. durch aktuelle Software-Updates.

Den Baurechtsreport kannst du hier herunterladen

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