12-Volt oder 18-Volt-Akkuschrauber?

Müssen es eigentlich immer 18-Volt-Akkuwerkzeuge sein? Reichen 12-Volt-Geräte nicht auch aus? Zwei häufig gestellte Fragen, auf die wir gerne antworten: „Im Prinzip ja, aber …“

Die Leistungsfähigkeit von Akku-Geräten steigt stetig. Mittlerweile stoßen 12-Volt-Akkugeräte in Leistungsregionen vor, die vor einiger Zeit noch den 14,4- und 18-Volt-Geräten vorbehalten waren. Möglich wird dies durch bessere Akkus und effizientere Antriebe, beispielsweise durch bürstenlose Motoren.

Mittlerweile haben die 12-Volt- und 18-Volt-Geräte ihre 14,4-Volt-Geschwister quasi aus dem Nest, sprich: vom Markt, geschmissen. Die 18-Volt-Geräte drängten von oben, weil immer kleiner und leichter, die 12-Volt-Geräte von unten, weil immer leistungsstärker.

12 Volt sind eigentlich 10,8 Volt

Dabei sind 12-Volt gar keine echten 12 Volt sondern nur 10,8 Volt. Mit dem Argument, man bezeichne künftig die Geräte nach ihrer Leerlaufspannung (12 Volt) anstatt wie bisher nach der Nennspannung (10,8 Volt), benannten weltweit die Hersteller ihre Geräte um. Sie folgten damit ihren amerikanischen Kollegen, die das schon seit Jahren so praktizierten. Frei nach dem Motto: Mehr ist besser. An den Maschinen hat sich indes nichts geändert – bis auf das Typenschild. Darum sind in der Regel auch alle 12-Volt-Akkus mit den (älteren) 10,8-Volt-Geräten kompatibel. Das aber nur am Rande.

Wann sind 18 Volt unverzichtbar

Doch ist mehr wirklich besser? Um auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen: Müssen es immer 18 Volt sein?

Betrachten wir zuerst die Anzahl der lieferbaren Geräte. Das Spektrum an 12-Volt-Akkugeräten lässt kaum Wünsche offen: Bohrschrauber, Schlagbohrschrauber, Schlagschrauber, Bohrhammer, Winkelbohrmaschine, Stichsäge, Tacker, … – Makita und Milwaukee sprechen von über 75 lieferbaren 12-Volt-Geräten, bei Bosch Professional und anderen Herstellern werden es nicht viel weniger sein.

Doch schaut man sich diese 12-Volt-Geräte etwas genauer an, so wird manch gestandener Handwerker diese als „Spielzeug“ abtun. Was soll ein Zimmermann mit einer Handkreissäge mit nur 29 Millimeter Schnitttiefe anfangen, ein Elektriker mit einem 1,0 Joule-Bohrhammer und ein Werftarbeiter mit einem miniaturisierten Winkelschleifer?

Es gibt also eindeutige Bereiche, die den 18-Volt-Geräten vorbehalten bleiben. Gerade für professionelle Heavy-Duty-Anwendungen sind leistungsstarke Geräte gefragt: Winkelschleifer, Handkreissägen, Tischkreissägen, Kapp- und Gehrungssägen, Säbelsäge, Staubsauger, Bohr- und Meißelhammer, Rührgeräte, … – Wer solche Geräte regelmäßig im Unternehmen einsetzt, sollte auf alle Fälle auf die 18-Volt-Schiene setzen.

Wann sind 12 Volt von Vorteil

Das heißt aber nicht, dass die kleineren 12-Volt-Geräte keine Daseinsberechtigung hätten. Vor allem dort, wo es auf feine und filigrane Arbeit auf engstem Raum ankommt, sind sie von Vorteil: Akkuschrauber und Minisägen bei der Möbel- und Küchenmontage oder Akku-Ratschen in der Kfz-Werkstatt. Auch wer viel über Kopf arbeitet, beispielsweise bei der Deckenmontage, wird auf ein geringes Gewicht achten.

Fazit

Abschließend also die Frage an Radio Eriwan: „Müssen es eigentlich immer 18-Volt-Akkuwerkzeuge sein?“ Antwort: „Im Prinzip ja, aber wenn sie Dir zu groß, schwer und unhandlich sind, greife lieber zu was leichterem.“

 

 

Siehe hierzu auch

Marktübersicht 12-Volt-Akkuschrauber

Praxistest Kompakte 18-Volt Akkuschrauber

12-Volt Akku-Bohrschrauber im Vergleich

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Akku-Bohrschrauber im Test

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