50 Jahre Bosch Akku-Werkzeuge

Vor 50 Jahren brachte Bosch Power Tools die ersten Akku-Elektrowerkzeuge auf den Markt: eine Heckenschere und eine Bohrmaschine mit Batterie zum Umhängen über die Schulter. Die Batterie, ein Blei-Gel-Akku mit 12 Volt, erinnert heute an eine Auto-Batterie und wog 1969 noch stolze 5,5 Kilo ‒ die Heckenschere war damit bereits eine ganze Stunde lang einsatzbereit. Man konnte etwa 20 Meter Hecke schneiden, danach war eine Ladung von sechs bis acht Stunden erforderlich. Bosch legte damit den Grundstein für die Entwicklung zahlreicher Akku-betriebener Elektrowerkzeuge.

Bosch baute die Akku-Kompetenz konsequent aus und brachte knapp fünf Jahre später mit einer Grasschere das erste Gerät mit integriertem Akku für Hobby-Gärtner auf den Markt. Sie hatte eine Schnittbreite von 80 Millimetern und schnitt mit einer Ladung circa 45 Minuten lang Rasenkanten, kleine Grasflächen und Ziersträucher. Bosch setzte dabei erstmals eine neue Akku-Zellentechnik ein: Die Grasschere wurde mit einem Trocken-Akku mit vier Nickel-Cadmium-Zellen betrieben. Die wesentlichen Vorteile dieses Akkus: hohe Energiedichte und lange Lebensdauer. Er konnte hundertfach wieder aufgeladen werden. Das kam bei den Verwendern gut an: Mit der Akku-Grasschere von Bosch entwickelte sich in der Bundesrepublik Deutschland 1974 erstmals ein Markt für kabellose Elektro- und Gartenwerkzeuge. Das Akku-Geschäft bei Bosch nahm Fahrt auf.

Den nächsten Meilenstein setzte Bosch 1984 mit dem ersten professionellen Akku-Bohrhammer der Welt – dem GBH 24 V. Mit der Übertragung der Akku-Technologie auf den Bohrhammer kam Bosch den Bedürfnissen professioneller Anwender nach. Der kabellose Bohrhammer stellte die einzige Möglichkeit dar, bestimmte Arbeiten fernab von Steckdosen auszuführen, zum Beispiel bei der Montage im auflebenden Fertighausbau. Gerüstbauer benötigten das Akku-Gerät, um hoch oben Löcher in die Wand zu bohren, Elektriker, um Antennen und Blitzableiter zu befestigen. Der GBH 24 V bot Handwerkern die nötige Flexibilität bei gleichzeitig hoher Leistung und Kapazität. Basis dafür war ein Trocken-Akku mit 20 Nickel-Cadmium-Zellen, dessen Innenwiderstand mehr als ein Drittel unter dem von herkömmlichen Batterien lag und so für einen hohen Wirkungsgrad sorgte: Mit einer Akku-Ladung konnten Handwerker über 60 Löcher bohren.

1998 folgte eine Serie innovativer Akku-Bohrschrauber für Profis: Zwei Modelle mit 14,4 und 12 Volt arbeiteten mit neuer cadmiumfreier Akku-Zellentechnik. Die Akku-Packs aus Nickelmetallhydrid waren wesentlich kompakter und leichter als herkömmliche Nickel-Cadmium-Akkus, gleichzeitig verfügten sie über mehr Kapazität. Ein 2,0 Ah-Akku mit Nickelmetallhydrid-Technik bot beispielsweise das gleiche Speichervermögen wie ein 2,0 Ah-Akku mit Nickel-Cadmium-Technik, war jedoch 20 Prozent leichter und rund ein Drittel kleiner.

2003 revolutionierte das weltweit erste Elektrowerkzeug mit Lithium-Ionen-Akku den Markt: der Akku-Schrauber Ixo. Das beliebteste Elektrowerkzeug der Welt wurde inzwischen mehr als 18 Millionen Mal verkauft und genießt längst Kult-Status. Dank der Lithium-Ionen-Technologie, die man damals nur aus Mobiltelefonen kannte, war der Ixo stets einsatzbereit – ohne Selbstentladung und Memory-Effekt: Der größte Teil der Energie stand somit auch nach einem Jahr ohne Gebrauch noch zur Verfügung und ohne Einbußen beim Nachladen. Die Akku-Zellen waren darüber hinaus bis zu 40 Prozent leichter als herkömmliche Nickel-Cadmium-Zellen: Der Ixo wog gerade einmal 300 Gramm und war damit ein Leichtgewicht.

Die Akkus sind immer kompakter und gleichzeitig leistungsstärker geworden. Sie speisen heute autonome Rasenmäher wie den Indego S+ und neue Hochleistungsgeräte wie die Biturbo-Werkzeuge für Handwerker.

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