Knauf_Akustikdecke

Gewusst wie: Akustikdecken

Mit dem entsprechenden Fachwissen und den richtigen Materialien lassen sich mit überschaubarem Aufwand wunderschöne Akustikdecken in vielen verschiedenen Designs herstellen. Dabei ist es wichtig zu wissen, was bei den einzelnen Arbeitsschritten zu beachten ist und welchen Einfluss diese auf die optische Endqualität haben.

Akustikdecken zählen heute zum Standard zum Beispiel in Büros, Klassenzimmern und Besprechungsräumen und sorgen für eine angenehme Raumakustik. Doch das Verspachteln ist alles andere als Standard und ohne die richtigen Materialien auch nicht angenehm. Wer hier nicht weiß, auf was er zu achten hat, riskiert trotz großem Arbeits- und Zeitaufwand gerissene oder sichtbare Fugen.

Doch das lässt sich relativ einfach vermeiden. Akustikdecken werden mit überschaubarem Aufwand perfekt und ohne sichtbare Fugen verspachtelt, wenn man folgende Punkte beachtet, die Einfluss auf das Endergebnis haben:

– Die Unterkonstruktion
– Die Kantenausbildung der Platte
– Das Spachtelmaterial
– Die Technik beim Verfüllen der Fuge
– Das Schleifen
– Die Endbeschichtung

Unterkonstruktion
Akustikdecken_Abgehängte Decke_kl

Kreuzverbinder und CD-Profile dürfen kein Spiel haben und müssen passgenau aufeinander abgestimmt sein.

Die Unterkonstruktion darf nicht klappern und muss drucksteif ausgeführt sein. Das bedeutet, es sollten aufeinander abgestimmte Profile und Verbinder verwendet werden, die exakt aufeinander passen, eingerastet werden können und keinen Spielraum mehr bieten wie zum Beispiel Knauf Kreuzverbinder und Knauf CD-Profil. Gleiches gilt für die drucksteifen Abhänger, zum Beispiel Knauf Noniusabhänger. Wird dies nicht beachtet, können Spachtelfugen leicht reißen, wenn bei der Endbeschichtung mit einer Farbwalze übermäßig Druck auf die Decke ausgeübt wird und sich die Decke unter der Walze „bewegt“.

Kantenausbildung

Über die Kantenausbildung der Platte lassen sich Spachtelmaterialbedarf, Zeitaufwand und Fehleranfälligkeit steuern. Schnittkanten müssen nach dem Brechen des Kartons mit einem Schleifgitter immer mit einem wässrigen Tiefengrund vorbehandelt werden und sind komplett mit Spachtelmasse zu füllen. Bricht man den Karton nicht mit einem Schleifgitter, so saugen sich die Kartonränder beim Spachteln mit Wasser voll, quellen auf und bleiben als sichtbare Erhöhung stehen.

Wenn es schnell gehen muss merkt man nicht immer sofort, wenn die Kante nicht gebrochen oder nicht grundiert oder die Fuge nicht vollständig gefüllt wurde. Diese Fehlerquellen lassen sich durch die Verwendung einer FF-Kante ausschließen. Die FF-Kanten sind werkseitig gebrochen und vorgrundiert. Aufgrund des eingebauten Stegs kann keine Spachtelmasse auf der Oberseite der Platten austreten, d.h. sobald Spachtelmasse zurückgedrückt wird, ist das ein sicheres Zeichen dass die Fuge vollständig gefüllt ist. Damit spart man jede Menge Zeit für das Brechen der Kante und fürs Grundieren. Gleichzeitig wird aufgrund der Fugengeometrie weniger Spachtelmaterial benötigt.

Spachtelmaterial
neu-Abziehen-nah-ohne-Logo_kl

Abziehen der Spachtelmassenraupe, sodass eine Wulst entsteht.

Den größten Einfluss auf das Endergebnis hat das Spachtelmaterial. Über die Fugenfestigkeit wird bestimmt, bis zu welcher Spannung in den Platten die Fuge rissfrei bleibt. Aufgrund des geringen Abstandes der Fuge zu den Löchern kann bei Akustikdecken kein Fugendeckstreifen zur Verstärkung verwendet werden. Daher müssen zum Spachteln hochfeste Spachtelmassen wie zum Beispiel Knauf Trias oder Uniflott verwendet werden, die dem Typ 4A oder 4B nach DIN EN 13963 entsprechen, um Risse zu vermeiden. Nachgewiesen wird diese Festigkeit über das entsprechende CE-Kennzeichen an der Produktverpackung. Materialien, die nicht diese Festigkeiten haben oder sogar acrylartig flexibel bleiben, haben den Nachteil, dass die Fuge mit dem jahreszeitlich bedingten Luftfeuchtewechsel quillt oder schwindet. Bei relativ feuchter Luft im Sommer dehnen sich die Gipsplatten aus und die Fugenmasse wird in der Fuge komprimiert, sodass eine leichte Ausbeulung im Fugenbereich sichtbar wird. Bei relativ trockener Luft im Winter schrumpfen die Gipsplatten leicht, sodass die Fugenmasse ähnlich einem Gummi unter Zug eine leichte Hohlkehle ausbildet, die wiederum als Fugenabzeichnung sichtbar wird. Zusätzlich wird eine dünne starre Farbbeschichtung früher oder später von einer dicken, sich bewegenden elastischen Schicht partiell abplatzen. Das wird durch einen Riss der Farbe in der Mitte der Fuge sichtbar.

Fugen
Akustikplatte_Montage_Einspritzen_kl

Beim Verfugen von Schnittkanten ist darauf zu achten, dass die Fuge vollständig mit Spachtelmasse gefüllt wird.

Mindestens genauso wichtig wie die technischen Werte ist die Technik beim Verfüllen der Fuge. Prinzipiell können gipsgebundene Spachtelmassen wie zum Beispiel Uniflott verwendet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht zu viel Spachtelmasse angerührt wird. Es wird zum einen keine große Menge benötigt, zum anderen muss die Spachtelmasse in eine Kartusche mit Spritztülle umgefüllt werden. Die Kartusche muss häufig gereinigt werden, um ein beschleunigtes Abbinden der Spachtelmasse durch in der Kartusche befindliche Materialreste der vorherigen Mischung zu vermeiden.

Beim Abstoßen der Spachtelmasse muss der richtige Zeitpunkt kurz nach Versteifungsbeginn gewählt werden, wenn die Spachtelmasse an der Oberfläche nicht mehr klebt sich aber noch ohne Probleme abstoßen lässt. Beim Abstoßen ist darauf zu achten, dass ein kleiner Überstand stehen bleibt. Einfach möglich ist das zum Beispiel mit der Cleaneo-Spachtel. Etwa 10 – 15 Minuten später muss nochmals mit einer flach gehaltenen Schraubgriffspachtel mit Druck über die Fuge gezogen werden, um eine leichte Wulst über der Fuge auszubilden. Damit wird zum einen die raue Oberfläche des Spachtelmaterials nach dem Abstoßen geglättet und zum anderen verhindert der leichte Überstand ein Schrumpfen der Spachtelmasse beim Trocknen unter die Plattenoberfläche. Damit vermeidet man ein Nachspachteln.

Schleifen

Nach dem Trocknen – also meist am nächsten Tag – wird das Material mit einem Langhalsschleifer oder einem Handschleifer mit einer Körnung von mindestens P120 oder größer geschliffen, umSchleifen ohne Logo_kl Schleifen ohne Logo_kleinen stufenlosen Übergang von Fuge zu Platte herzustellen. Das Schleifen erfordert Fingerspitzengefühl. Es ist darauf zu achten, dass der Karton der Platten nicht zu stark beschädigt wird. Das würde man nach dem Streichen als Unregelmäßigkeit in der Oberfläche wahrnehmen. Beim Schleifen von Hand empfiehlt sich ein Handschleifer mit Absaugung, zum Beispiel Knauf Abranet® Handschleifer mit Absaugung, um Augenreizungen durch herabfallenden Schleifstaub zu vermeiden.

Endbeschichtung

Die Endbeschichtung muss generell mit einer auf die Schlussbeschichtung abgestimmten Grundierung erfolgen. Meist ist das ein unverdünnter wässriger Tiefengrund mit einer anschließenden Farbbeschichtung. Wird nicht oder nicht richtig grundiert, zum Beispiel mit einem „Schluck“ Grundierung in der Farbe, so sind aufgrund des unterschiedlichen Saugvermögens von Fuge und Platte anschließende Fugenabzeichnungen programmiert. Es ist daher ratsam, sich als Trockenbauer eine fertig gespachtelte Akustikdecke immer schriftlich von der Bauleitung abnehmen zu lassen, bevor eine Farbbeschichtung aufgebracht wird.

Wo Akustikdecken überall wahre Wunder bewirken, zeigt anschaulich folgendes Video:

 

Autor: Matthias Schäfer
Marktmanager für Spachtelmassen bei der Knauf Gips KG in Iphofen

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1 Kommentar

  1. Wenn einem der perforierte Gipskarton optisch nicht zusagt, können Akustikdecken zusätzlich mit einem Akustikputz (z.B. Scherff Akustikputz, http://www.scherff.de) beschichtet werden. Hierdurch wird eine relativ glatte, optisch ansprechende Deckenfläche mit hervorragenden schallabsorbierenden Werten erzielt.

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